Die Milchzahnspezialistin: Kinderzahnärztin Rebecca Otto

Kinderzahnärztin Rebecca Otto nimmt ihren kleinen Patienten die Angst.
 
Zahnärztin Rebecca Otto betreibt in Jena eine der ersten ostdeutschen Zahnarztpraxen nur für Kinder.
Jena: Paradiesstraße | Mit Zahnmarmelade, Schlafwasser und Wackelfinger nimmt Kinderzahnärztin Rebecca Otto ihren kleinen Patienten die Angst

Erwartungsvoll klettert Tita auf die rosa Liege. Sie wird heute eine Milchzahnkrone bekommen. "Freust du dich schon auf deinen funkelnden Prinzessinnenzahn", will Zahnärztin Rebecca Otto wissen. Ihre siebenjährige Patientin nickt und die Augen verraten, wie sehr.

Es ist diese Offenheit, die Rebecca Otto so liebt. Sie hat sich auf Kinderzahnheilkunde spezialisiert. Nach dem Studium arbeitete sie zweieinhalb Jahre bei der anerkannten Hamburger Kinderzahnärztin Tania Roloff. Seit Anfang 2009 betreibt sie in Jena ihre eigene Zahnarztpraxis für Kinder. Es ist die erste dieser Art in den neuen Bundesländern. Mitten im Stadtzentrum eröffnet sich in der dritten Etage eines Bürohauses eine bunte Kinderwelt. Mit riesigem Ballbecken und Rutsche, mit Prinzessinnen-, Taucher- und Kosmonautenzimmer. Das kleine Schaf, das Maskottchen der Praxis, weckt in lustigen Kostümierungen die Fantasie. Alles ist zugeschnitten auf die kleinen Patienten. Auch die Art der Behandlung.

"Unsere Zahnmarmelade schmeckt heute nach Zuckerwatte", plaudert die Ärztin mit Tita. Was letztere nicht weiß: Das Gel hat obendrein zauberhafte Kräfte. Es betäubt die Schleimhaut, so dass die Betäubungsspritze - das Schlafwasser - anschließend lediglich ein leichtes Druckgefühl verursacht. Es gehört zur Praxisphilosophie, Schmerzen zu vermeiden. "Am Milchzahn ist der Nerv doppelt so groß und doppelt empfindlich", erklärt Rebecca Otto. Ohne örtliche Betäubung greift sie aus Prinzip nicht zum Bohrer. Entschuldigung - zur Dusche. Weil das Wort bohren nichts Gutes verheißt, ist es aus dem Praxisalltag verbannt. "Der Bohrer heißt hier Dusche: Ich dusche die Schmutzkrümel aus dem Zahn", sagt die Ärztin. Sie gebraucht noch weitere lustige Begriffe, die medizinisches Equipment in ein neues Licht rücken: der Absauger wird zur Mund-Waschmaschine, der Dentalhaken zum Wackelfinger, der Sensor beim digitalen Röntgen zum Fotokeks.

Kinderzahnärzte sind gefordert. In punkto Zahngesundheit liegt Thüringen im Bundesvergleich im letzten Drittel. "Es gibt rund 100.000 Kinder von 0 bis 6 Jahren im Freistaat, etwa 37 Prozent von ihnen haben mindestens einen kranken Zahn mit Loch", nennt Rebecca Otto Zahlen aus der Jugendzahnpflege- Statistik. Milchzähne haben einen sehr dünnen Schmelzmantel. Ein leichtes Spiel für Karies. Ab dem 2. Lebensjahr sollten die Zähne deshalb halbjährlich kontrolliert werden.

Aber was passiert, wenn sich ein kleiner Patient mit ganzer Kraft sträubt? "Dann praktizieren wir das Schoßexamen. Der Trick funktioniert fast immer", verrät die Ärztin. "Die Mutti spielt mit dem Kind Hoppe-hoppe-Reiter, lässt es rückwärts in meinen Schoß fallen - und ich kann in den Mund schauen." Bei sehr ängstlichen Kindern empfiehlt sie die Behandlung mit beruhigendem Lachgas. Auch gibt es die Möglichkeit der Narkose. Die wird Tita zum Glück nie brauchen. Sie will ihre Zähne jetzt noch fleißiger putzen, damit ihre silberne Krone immer schön glitzert.
(Mai 2009)

http://www.kinderzahnaerztin-otto.com/
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1 Kommentar
Simone Schulter aus Weimar | 10.02.2011 | 17:12  
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