Gerhard Bose zum 80. Geburtstag

Jeder Stein kann uns etwas sagen (Foto: Gisela Schenke)
 
Mit der Wandergruppe unterwegs 2014 (Foto: Gisela Schenke)
Gerhard Bose hat viele Interessen, Hobbys und Fähigkeiten, deshalb ist er auch vielen Jenaern bekannt. Sein wichtigstes Betätigungsfeld nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben wurde aber das eines Wanderleiters. Deshalb sind es vor allem seine Wanderfreunde, die ihm vieles zu verdanken haben und das anlässlich seines 80. Geburtstages am 16. Oktober 2015 zum Ausdruck brachten.

Es begann Anfang der 1990er Jahre. Die politische Wende hatte in viele Biografien Risse gebracht. Die Abwicklung von Betrieben und Einrichtungen führte zur Arbeitslosigkeit in allen Berufsgruppen und gesellschaftlichen Schichten, von behinderten und anderweitig benachteiligten Menschen bis hin zu Akademikern. Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und das Zusammenwirken in Selbsthilfegruppen sollten über schwierige Zeiten hinweghelfen. IKOS Jena, das Beratungszentrum für Selbsthilfe, Gesundheit und Soziales, war frühzeitig aktiv. Es veranstaltete Vorträge zu medizinischen und ernährungswissenschaftlichen Themen, aber auch zu rechtlichen Fragen unter den neuen gesellschaftlichen Bedingungen, und es unterstützte die Bildung von Selbsthilfegruppen durch Anleitung und Beratung.

Unter den so Betreuten fanden sich auch Menschen, die sich für Natur und Umwelt im weitesten Sinne interessierten, für unsere Umgebung mit ihren geologischen Besonderheiten und deren Entstehungsgeschichte, für Flora und Fauna, für die Formen der Besiedelung, historische Stätten, geschichtlich belegte und manchmal auch geheimnisvolle sagenhafte Hintergründe, soziale Strukturen und demografische Tendenzen. Um sich auszutauschen und ihre Kenntnisse einzubringen, bildeten sie die Selbsthilfegruppe "Senioren im Gespräch". Sie wollten den Austausch nicht nur in Vortragsrunden üben, sondern auch bei Wanderungen in der Jenaer Umgebung.

Gerhard Bose, promovierter und habilitierter Geograf und Geologe, wurde als Wanderleiter gewonnen. Im Mai 1994 fand die erste Wanderung statt. Es war - wie sollte es zu dieser Jahreszeit in Jena anders sein - eine Orchideenwanderung. Die kleine Wanderschar war darüber hoch zufrieden und hatte viele Wünsche zu dem, was sie noch erlaufen und kennenlernen wollte. So folgten weitere Unternehmungen, die Teilnehmerzahl wurde größer und ab 1996 fanden monatliche Wanderungen statt. Im Jahre 2000 gehörten der Gruppe über 70 Aktive an. Es wurde nun jede Wanderung in dem betreffenden Monat zweimal durchgeführt, um eine effektive Organisation und Teilnahme zu gewährleisten. Seit 1995 kam Gerhard Bose außerdem dem Wunsch einer sudetendeutschen Gruppe nach, sie in ähnlicher Weise auf Wanderungen um Jena zu führen, was bedeutete, dass er einschließlich Vorwanderung die monatlichen Routen nun viermal absolvierte. Im Jahre 2000 wechselte man auch den Träger der Gruppe. Es erwies sich als zweckmäßig, sich unter das Dach des Deutschen Roten Kreuzes zu begeben. Die Wandergruppe gehört seitdem zum DRK-Seniorenzentrum in der Jenaer Dammstraße.

In über 20 Jahren kamen bisher weit über 200 verschiedene Wanderungen zusammen. Das Durchschnittsalter der Wandergruppe ist mit den Jahren gestiegen und die Gruppe ist kleiner geworden. Es wird nun wieder nur noch einmal im Monat gewandert, und die Länge der Wanderstrecke übersteigt nur noch selten die 10-km-Marke. Frühere Höhepunkte im Wanderjahr - eine Picknickwanderung im Sommer und eine Jahresabschlusswanderung zur Weihnachtszeit - finden nur noch im bescheidenen Rahmen statt. Erhalten geblieben ist der besondere Charakter der Wanderungen, bei denen es nicht nur um bezwungene Entfernungen und Höhenmeter geht, sondern stets auch um den Zuwachs oder die Auffrischung von Wissen über unsere Heimat. Was Gerhard Bose dazu über die Jahre an Informationen zusammengetragen hat, verdient höchste Achtung. Bei all seinen Aktivitäten fand und findet er stets Verständnis und Unterstützung bei seiner Frau Ute, die seine Hobbys teilt und viele Aufgaben gemeinsam mit ihm bewältigt.

Ein Teil seiner Wandererfahrungen floss ein in die im Jenzig-Verlag erschienenen Hefte "Wandern um Jena / Nördliche Umgebung" (2007) und "Wandern um Jena / Thüringer Holzland" (2009). In Presseartikeln äußerte er sich über Wahlergebnisse und deren Tendenzen und Aussagen, sowie zu Fragen der demografischen Entwicklung Jenas. Mit offenen Augen und wachem Verstand verfolgt er Entwicklungen in Vergangenheit und Gegenwart und vermittelt seine Kenntnisse und seine Meinung, Seine Freunde und Weggefährten, vor allem aber seine Wandergruppe beim DRK-Seniorenzentrum, wünschen ihm anlässlich seines 80. Geburtstages, dass er das noch viele Jahre tun kann.
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