Gerichtsbericht: Freispruch

Von Helga Strage

Jena. Es gab in einer Nacht des Juli 2010 in der Krautgasse zwischen unter Alkohol stehenden intelligenten jungen Männern eine Schlägerei. Zwei davon waren wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung angeklagt. Sie sollen zwei weitere Personen mit der Faust zu Boden geschlagen haben. Platzwunden, Prellungen und lockere Zähne waren das Ergebnis einer sinnlosen Rauferei.
Nach Ansicht der beiden Angeklagten seien sie zu Unrecht angeklagt. Sie wären zu viert auf der Straße plötzlich von hinten gestoßen worden. „Und schon flogen Fäuste, auch von mir“, berichtete der Eine. Er hätte sich aber noch vor Ort dafür entschuldigt. Ja, er habe ein blaues T-Shirt getragen. Der zweite Angeklagte ergänzte, dass er seinen Freund nur retten wollte.
Die beiden Opfer, beides Studenten, erinnerten sich: „Ich bekam plötzlich einen Schlag mit der Faust, mehr weiß ich nicht“. „Dann war ich dran“, berichtete der Zweite. Er sei von der Vierergruppe von allen Seiten auf den Körper getreten worden. Sein Freund lag mit blutendem Hinterkopf am Boden. Der Täter trug ein blaues T-Shirt.

Drei weitere Zeugen schilderten übereinstimmend den Verlauf der Schlägerei. Eine Schubserei sei vorangegangen. Auch ihnen war als aktivster Schläger einer in blauem T-Shirt aufgefallen. Als die Polizei eintraf war die Vierer – Gruppe bereits geflohen.

Die Verteidiger beantragten die Anhörung von drei Entlastungszeugen. Von ihnen wollte die Richterin geklärt wissen, ob und wie vier Personen, darunter die Angeklagten, gegen zwei (die Geschädigten), vorgegangen sein sollen. Alle bezeugten, den Verlauf der Schlägerei nicht beobachtet zu haben. Einer erinnerte sich, einen Becher mit Flüssigkeit in’s Genick bekommen zu haben.
Die Staatsanwältin plädierte für Haftstrafen, zur Bewährung ausgesetzt, dazu Geldstrafen. Die Verteidiger beantragten Verfahrenseinstellung bzw. Freispruch.

Die Vorsitzende entschied Freispruch. Das sei ein typischer Fall von Schlägereien unter Alkohol. „Ich weiß nicht, wer machte den ersten Schlag, war es Notwehr? Entstand die Platzwunde des Geschädigten beim Sturz? Deshalb wurde zu Gunsten der Angeklagten entschieden. So die Begründung des Urteils.
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