„Jugendlicher, Meldung machen“- Theaterprojekt in der Berufsfachschule 14

Mit den auffordernden und strengen Begrüßungsworten „Jugendlicher, Meldung machen“ wurden die Schülerinnen und Schüler der BFS14, am 29.01.2015 und am 11.02.2015, vom Theaterpädagogen Maik Pevestorff, in eine ihnen mittlerweile unbekannte Zeit versetzt. Die barsche Begrüßung zu Beginn des Projektes und der karg gestaltete Raum, mit nummerierten Einzelplätzen, sollten an die damaligen Umstände in den Jugendhilfeeinrichtungen der DDR erinnern. Durch die anschließende eindrucksvolle szenische Lesung, bei der die Jugendlichen mit einbezogen wurden, bekamen diese Einblicke in die Geschichte der 14-jährigen Anja, die nach der Verfolgung ihrer Mutter durch die Staatssicherheit in die Fänge des Jugendhilfesystems der DDR gerät und schließlich am Ende der Reise im Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau landet. Das Thema erzeugte bei den Jugendlichen Interesse, Erstaunen und Betroffenheit über die Zustände in einem System, dass vor 25 Jahren noch Realität war. N. (17, Berufsfachschülerin) sagte im Anschluss der Lesung: „Mich persönlich hat das ganze Projekt sehr beeindruckt und auch geschockt. […] vor allem die Übermittlung der [krassen]Informationen über Jugendhilfeeinrichtungen in der DDR war sehr locker gestaltet und auch nicht langweilig!“
Die Autorin Grit Poppe hat sich mit dem Roman „Weggesperrt“ historischen Fakten gewidmet, die lange verschwiegen wurden. Umerziehungslager, in denen junge Erwachsene durch Drill, Kollektivbestrafungen und Arrest in ihrer Persönlichkeit gebrochen wurden, gehörten bis 1989 zum Alltag in der DDR. Im Anschluss der gelungenen Lesung des Theaterpädagogen diskutierten die Schülerinnen und Schüler sowie die Schulsozialpädagogin Marlen Kellermann und eine Fachlehrerin angeregt über die Missstände in den damaligen Heimen und Werkhöfen. Abgerundet wurde der Tag mit einem theaterpädagogischen Workshop, indem die Darstellung von Emotionen durch Körpersprache, wie Mimik und Gestik, sowie Aufwärm- und Interaktionsspiele im Vordergrund standen. Im Ergebnis entwickelten die Schülerinnen und Schüler selbstständig eigene szenische Standbilder, die bewegende Momente und Situationen aus der Lesung noch einmal nachstellten. „Ich würde jederzeit dieses Projekt noch einmal machen“, so das Fazit von N.
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