Mini Deckis aus Jena wärmen Kinderherzen

Kunterbunte Vielfalt: Ines Tonndorf mit einigen der Mini Deckis.
 
Katja Nebelung: "Ich will helfen, habe aber nur wenig Zeit. Die Mini-Decki-Aktion ist ideal für mich. Ein paar Stunden in der Woche fürs Nähen kann ich investieren.“

Nichts gegen Kuscheltiere! Ines Tonndorf mag durchaus die kleinen und großen Gesellen, die hierzulande in keinem Kinderzimmer fehlen. „Aber eine Decke“, ist sie sich sicher, „die bietet den Kleinen weit mehr.“


In eine Decke man sich reinkuscheln. Sie wärmt wundervoll. Und wenn es einem zu viel wird, darf man sie sich ruhig mal über den Kopf ziehen und sich abgrenzen. Auch Höhlen lassen sich mit Decken bauen. Ein Universalgenie. Aus diesem Grund hat Ines Tonndorf die Idee der Mini Deckis so gut gefallen.

Willkommensgeschenke für Flüchtlingskinder

Im Spätsommer wollte die Jenenserin mit ihren Stoffresten eine Aktion unterstützen, die in der Schweiz ihren Anfang nahm und mittlerweile auch in Deutschland immer bekannter wird. „In Privatinitiativen werden Decken für Flüchtlingskinder genäht“, erklärt sie. Ein Willkommensgeschenk für die Jungen und Mädchen, die meist nichts Eigenes mehr besitzen.

Jena hat die erste Mini-Decki-Gruppe in Thüringen


Ihre Stoffe ist sie damals nicht losgeworden, dafür aber ein Großteil ihrer Freizeit. „Ich würde gefragt, ob ich nicht selbst eine solche Nähgruppe gründen möchte“, erinnert sie sich. Bis zum September hatte sich in Thüringen niemand dieser Aktion angeschlossen. „Derzeit sind wir in Jena noch immer die einzigen, die Mini Deckis nähen“, so Tonndorf. Dafür aber mit viel Ehrgeiz.

Über 300 Decken in unterschiedlichen Größen sind seit gut einem halben Jahr an unterschiedlichen Orten der Stadt entstanden. Etwa 40 Helfer haben sich der Aktion angeschlossen. „Es ist ziemlich viel Arbeit, die für mich dahinter steckt“, erzählt die Initiatorin. Sie müsse Räume organisieren, Material besorgen und die Näherinnen informieren. Auch eine Facebook-Seite betreut sie. „Aber ich mache das gern.“ Die Kinder können schließlich nichts für die Umstände, in die sie geraten sind. Für sie ist es Herzenswärme, die sie auf diese Weise verschenkt. Ein Mittel gegen Gefühlskälte.

Auch in Schleiz und Apolda werden die Decken verschenkt

Mittlerweils sind alle Jenaer Flüchtlingskinder mit Mini Deckis versorgt. Derzeit wird für die Neuankömmlinge genäht und für andere Regionen in Thüringen. In Schleiz und Apolda sind solche Decken bereits verteilt worden. Andere Orte werden folgen.

„Die Kinder freuen sich über dieses Geschenk“, so die Erfahrung von Ines Tonndorf. Manche sind beim Nähen dabei und suchen sich die Farben und Muster aus. Manchmal kommen auch Flüchtlingsfrauen zu den Nähtreffen und gestalten die Decken für ihren Nachwuchs selbst.

Neue Verwendung für alte Bettwäsche und Stoffreste

Die Mini Deckis schenken nicht nur Geborgenheit, sie sorgen auch für Nachhaltigkeit. Zum Einsatz kommt zumeist Bauwollbettwäsche, die zu Hause keine Verwendung mehr hat. Vielleicht, weil die sie nicht mehr gefällt oder die eigenen Kinder zu alt sind, um mit Prinzessinnen und Piraten das Bett zu teilen. „Wir passen aber auf, dass alles farblich gut zusammen passt.“ Schließlich sollen sie gut aussehen, die Mini Deckis. Schadhafte Stellen werden geschickt ausbessert. Stoffreste im Patchwork-Stil zusammengefügt.

Aus zwei Baumwollstofflagen und einem Inletts besteht eine Mini Decki. Baumwolle wird deshalb genutzt, damit die Decke später problemlos bei 60 Grad gewaschen werden kann. Die Größe wird dem Kinderalter angepasst. Babys und Kinder bis zu 14 Jahren werden derzeit mit den Wärmespendern versorgt.

Mitmachen kann jeder bei der Mini-Decki-Aktion. Wer nicht nähen kann, ist zum Zuschneiden der Stoffe und beim Organisieren willkommen. Und natürlich als Spender.

ZUR SACHE

+ Die Aktion wurde von der Schweizerin Simone Mauerer initiiert. Auf Schweizerdeutsch bedeutet Mini Decki meine Decke.
+ Die Aktion ist auf Spenden angewiesen. Gesucht werden Stoffreste und alte Baumwollbettwäsche, alles bei 60 Grad waschbar.
+ Auch über Einkaufsgutscheine eines schwedischen Möbelherstellers freut man sich. Dort werden die Inletts (Myskgräs) für die Decken gekauft.
+ Wer hat, kann auch Nähmaschinen abgeben.

KONTAKT & INFORM@TION

Minidecki.jena@gmx.de
www.facebook.com/minidecki.jena
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