Neuer Stadtplan hilft Behinderten

Sie haben an der Erstellung des neuen Stadtplanes für Behinderte maßgeblichen Anteil und wissen sehr gut, worüber sie reden: Marcus Barth, Elke Metzner vom JZsL und Silke Aepfler vom Blindenverband.
Gute Nachricht für Menschen mit Behinderungen: Seit kurzem ist ein spezieller Stadtplan verfügbar, der es Menschen mit Handicaps erleichtert, sich in der Jenaer Innenstadt zu bewegen. Genauer gesagt ist es die Aktualisierung eine Planes, der erstmals in den 1990er Jahren erstellt wurde. Seitdem hat sich viel verändert, so dass eine grundlegende Überarbeitung dringend nötig war. Der neue "Stadtplan für Menschen mit Behinderung" entstand in Kooperation der Stadtverwaltung und ihrem Behindertenbeauftragten Marcus Barth mit der AG "Barrierefreies Jena".

Für Rollstuhlfahrer sehr wichtig ist die Kenntnis, wo sich Behindertenparkplätze befinden. Denn sie können normale Stellplätze nur sehr eingeschränkt nutzen, da sie seitlich mehr Platz zum Ein- und Aussteigen benötigen. Der Plan gibt genau Auskunft, wo und wie viele Behindertenparkplätze sich an einem bestimmten Ort existieren. Insgesamt sind es 58 an 31 Standorten. Im Zuge der Recherchen für den neuen Plan wurden, so erklärt Elke Metzner vom Jenaer Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen (JZsL), auch alle vorhandenen Behindertenparkplätze auf eine korrekte Beschilderung und Markierung hin kontrolliert und bei Mängeln die Beseitigung veranlasst.

Nicht minder wichtig für Rollstuhlfahrer sind behindertengerechte WCAnlagen. Bewährt hat sich hier das Euro-Schlüssel- System. Toiletten, die nur mit dem Euroschlüssel geöffnet werden können, sind nur den Behinderten zugänglich und bieten auf alle Fälle einen gewissen Komfort und die notwendige Ausstattung. Solche Angebote gibt es auf dem Eichplatz, in der Goethe Galerie, in der "neuen mitte", im Volkshaus und eigentlich auch am Paradiesbahnhof, wenn dort nicht gerade wieder mal geschlossen ist. Bei der "U-Bahn" auf dem Markt kann der Treppenaufzug mit dem Euro-Schlüssel bedient werden. Allerdings sei dieser sehr störanfällig, so berichtet Marcus Barth, weil hier ein nur für Innenräume ausgelegtes Modell installiert worden wäre. Der Euro-Schlüssel kann von Berechtigten u.a. im JZsL in der Hermann-Pistor- Straße 1 erworben werden. Verzeichnet sind auch weitere öffentliche Toiletten mit behindertengerechter Ausstattung, die ohne Euro-Schlüssel zu den Öffnungszeiten der Einrichtungen benutzt werden können. Sowie "Nette Toiletten" in innerstädtischen Gaststätten, die auch Nicht-Gästen die Benutzung kostenlos erlauben. Barrierefrei erreichbar sind hiervon jedoch nur "Buffet ok", "Grüne Tanne" und "Café 13".

Wichtige Infos bietet der Stadtplan auch für Blinde und Sehschwache sowie deren Angehörigen, da im Erläuterungsteil auch die Ampelanlagen mit akustischem bzw. taktilem Freigabesignal verzeichnet sind. Davon müsste es nach Meinung von Silke Aepfler vom Jenaer Blinden- und Sehschwachenverband noch einige mehr geben. Dringend sollte vor allem die Angerkreuzung damit ausgerüstet werden. Aber auch der Übergang von der Saalstraße zum "Kupferhütchen" berge ein hohes Gefahrenpotenzial, da dort viele Sehende die Straße bei Rot überqueren und damit die Blinden- und Sehschwachen irritieren würden. Als "rausgeschmissenes Geld" bezeichnet Silke Aepfler das Blindenleitsystem des neugestalteten Jenaer Busbahnhofes, das wegen viel zu kleiner Noppen auf dem Boden völlig ungeeignet sei und überhaupt nicht funktioniere. Stattdessen, so ihr Wunsch, sollten Rillenplatten Verwendung finden. Der Stadtplan ist u.a. in der Tourist-Information und bei der IKOS im Ricarda- Huch-Haus am Löbdergraben erhältlich.
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