Nicht wegschauen, sondern handeln - Betrug an Renterin verhindert

Menschen, die nicht wegschauen wenn anderen Schaden droht, braucht unsere Gesellschaft: Christine Nolde aus Lobeda-Altstadt verhinderte durch persönliches Engagement den Betrug an einer Rentnerin. Die Tankstellenmitarbeiterin liebt den Umgang mit anderen Menschen, ist an ihrer Arbeitsstätte in Winzerla zugleich Verkäufer, Berater, Gesprächspartner, auch Seelentröster, auch Blitzableiter wegen der Preise und manchmal eben Retter in der Not. Foto: Hausdörfer
JENA. „Heute ist ihr Glückstag, sie haben gewonnen!“, so oder so ähnlich lautet die erfreuliche Telefonbotschaft, die eine 71-jährige Jenaerin erhält – und hat an jenem Dienstag doch nur die Chance, zu verlieren. Stolze 37.500 Euro verspricht der nette Glücksbote am anderen Ende der Leitung, sie müsse nur drei Paysafe-Karten zu je 100 Euro kaufen und die Codes mitteilen, damit der Gewinn zugesandt werden könne. Flugs eilt sie zur Tankstelle in ihrer Nähe, in der sie auch Benzin für ihr Auto kauft. Dort trifft die Winzerlaerin an der Kasse auf Christine Nolde. „Ich habe gleich vermutet, dass hier etwas nicht stimmt. Jüngere Menschen kaufen öfters solche Karten, um damit ohne Offenbarung von Kontodaten bestimmte Internet-Dienste zu bezahlen, Rentner eigentlich fast nie“, erzählt die Tankstellenmitarbeiterin im AA-Gespräch. Sie teilt der Rentnerin ihre Bedenken mit und bittet sie, noch mal konkret nachzufragen, zumal sie den genauen Namen der Karte nicht nennen kann. Nach kurzer Zeit kommt die vermeintliche Gewinnerin zurück, mit einem Zettel, auf dem „Paysafe“ steht und auch ein „Aktenzeichen“, dass der immer noch freundliche Glücksbote ihr zur Beruhigung mitgeteilt hat. Christine Nolde redet geduldig mit Engelszungen auf die Kundin ein, überzeugt sie, dass es sich nur um Betrug handeln kann. Enttäuscht geht die Frau nach Hause, wo erneut das Telefon schellt. Beim Glücksonkel ist jetzt Schluss mit lustig. Er droht mit erheblichen Kosten, wenn sie nicht innerhalb von 30 Minuten die Codes durchgibt. Eingeschüchtert macht sie sich ein drittes Mal auf den Weg, doch der Betrüger hat die Rechnung ohne Christine Nolde gemacht, die jetzt die Polizei ruft. Diese hat schon einschlägige Erfahrungen mit dieser Masche und nimmt eine Anzeige wegen versuchten Betruges auf.

Polizei-Sprecher Steffen Pönisch dankte später Christine Nolde für ihr umsichtiges Verhalten, dass sie sich nicht beirren ließ und damit den Betrug verhinderte.

Die betroffene Frau machte sich übrigens einige Zeit später noch ein viertes Mal auf den Weg zur Tankstelle, mit einem Pralinenkasten für ihre Retterin. Auch beim Tankstopp hat man sich schon flüchtig wieder gesehen und es huschte ein freundlich-verschwörerisches Lächeln über beider Gesicht...
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2 Kommentare
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 16.05.2012 | 18:33  
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Tobias Schindegger aus Gotha | 30.05.2012 | 11:42  
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