Sein Herz schlägt für die Bahn - Horst Müller öffnet am Sonntag seine Sammlung

Horst Müller in seinem Reich: Am Sonntag lädt Familie Müller wieder alle Bahnfans in ihr Anwesen in Serba ein. Foto: Hausdörfer
SERBA. Einmal Eisenbahner - immer Eisenbahner! Fast 22 Jahre, von 1955 bis 1977, war Horst Müller bei der Deutschen Reichsbahn auf und an der Schiene zu Gange, in den ersten Jahren auf der legendären Strecke zwischen Crossen und Porstendorf - im Volksmund "Esel" genannt. Die Älteren werden sich erinnern, die Jüngeren können die Spuren der längst stillgelegten Strecke auch heute noch in der Natur entdecken. Irgendwie war er ein Mann für alle Fälle, arbeitete im Gleisbau, als Lokheizer, Weichenschlosser, Schienenschweißer, Streckenläufer und Weichenheizungsmonteur. Auch wenn er 1977 noch einmal den Beruf wechselte, so blieb, wie sich jetzt sehr anschaulich zeigt, sein Herz doch immer bei der Bahn.

Ein Sammler aus Leidenschaft ist er schon lange, konzentrierte sich nach der Wende zunächst auf Motorrad-Oldies, die er neu aufbaute. Mit einer einfachen Gleissperrlaterne als erstes Sammelobjekt begann 1997 den Weg zurück zu seiner alten Liebe, der Bahn. Die Sammler-Lok nahm unter Volldampf so richtig Fahrt auf, auch weil sein Sohn Heiko Müller diese Leidenschaft teilt, und heute beherbergt die Ausstellung eine beeindruckende Zahl an Zeugnissen der Bahngeschichte. Das auffälligste, weithin sichtbare Exponat ist ein originales Ein- und Ausfahrtssignal, wie es vor Einführung der Lichtsignale an unseren Bahnstrecken stand. Um es in seinem Hof aufstellen zu können, hat er es von 11 Meter auf 5.50 Meter Höhe gekürzt. Zum Arsenal gehören zum Beispiel verschiedene Bahner-Uniformen, ein Schienenschweißgerät, ein Weichenbock mit Gewichten und Laterne, verschiedene Schienenprofile, darunter sogar ein originales aus Russland, oder eine Kofferwaage. Ja, das gab es früher: Das Gepäck wurde gewogen und bekam seine eigene Fahrkarte. Apropos Fahrkarte! Einen funktionstüchtigen und manuell programmierbaren Fahrkartendrucker, der diese kleinen, rechteckigen Fahrausweise aus Pappe mit den schrägen roten Strich ausspuckt, nennt Horst Müller ebenfalls sein eigen. Ergänzt wird die Sammlung der Bahnutensilien durch zahlreiche historische Fotos, die Horst Müller zum großen Teil selbst fotografierte, alte Streckenpläne und Literatur zur Bahngeschichte.

Am 12. August von 10 bis 17 Uhr ist zum alljährlichen Tag der offenen Tür die Ausstellung wieder allen Interessenten zugänglich. Bei Kaffee und Kuchen dürfte es erneut viele anregende Gespräche unter Bahnkennern geben. Eine vor dem Haus stehende kleine Lokomotive, die in erster Linie als Kinderbelustigung gedacht ist, wird übrigens erstmals Original-Streckengeräusche von sich geben, wie Horst Müller verspricht. Und eine Fahrkarte zurück nach Eisenberg, Stadtroda, Hermsdorf oder Jena, die können Besucher auch bei ihm lösen...

Infos: www.eisenbahnmuseum-serba.de
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