Swen Boog aus Erfurt unterstützt Erdbebenopfer in Nepal mit einem besonderen Kalender

Swen Blog im Kreise nepalesischer Kinder. (Foto: privat)
 
Während eines Zeichenwettbewerbes entstanden die Kalenderblätter. (Foto: privat)

8000 Todesopfer, 16500 Verletzte und über eine halbe Millionen zerstörter Häuser: Diese drei Zahlen beschäftigen Swen Boog seit dem Frühjahr. Im April und Mai erschütterten gleich zwei Erdbeben Nepal. Drei Millionen Menschen sind seither auf Hilfe angewiesen. Der Erfurter mit Arbeitsplatz am Jenaer Uniklinikum will sie den Nepalesen nicht verwehren.


Boog fühlt sich dem Land in Südasien verbunden. „Ich war schon mehrere Male zum Wandern dort und habe Nepal abseits der touristischen Pfade kennen gelernt“, erzählt er. Ein extrem ungerechtes System bestimme das Leben dort. Die Erdbeben hätten diesen Zustand weiter verschärft. Deshalb wollte er selbst aktiv werden.

Eine Gleichgesinnte fand der Kardo-Techniker in der Französin Luciana La Marca. Unabhängig voneinander hatten beide die Dienste der gleichen Trekkingagentur in Nepal genutzt. Deren Leiter machte sie miteinander bekannt. Allerdings nicht persönlich. „Wir haben uns über Skype unterhalten“ erinnert sich Boog. Aus diesen Gesprächen entwickelte sich eine Idee.

Swen Boog und Luciana La Marca wollen die Kinder im Land unterstützen und sie gleichzeitig mit einbeziehen in ihr Hilfsprojekt. Helping Hands – helfende Hände – haben sie dieses genannt. Ende November waren sie gemeinsam vor Ort. Nicht nur, um selbst zu recherchieren, wo und wie sie helfen können. Sie haben erste Schritte unternommen, um zusätzlich zu den schon eingeworbenen Spenden Gelder für Hilfsprogramme zu sammeln.

Nepalesische Kinder gestalten einen Kalender


In einer Schule in Nuwakot, zwei Autostunden von der Hauptstadt Katmandu entfernt, organisierten beide zusammen mit nepalesischen Partnern einen Zeichenwettbewerb. Die Materialien dafür hatten sie vorher zu Hause von Bekannten und Unternehmern eingeworben.

Rund 50 Kinder haben sich am Wettbewerb beteiligt. Aus den zwölf schönsten Bildern entstand ein Kalender, der jetzt in Deutschland und Frankreich verkauft wird. Ihn zieren nicht nur Kinderzeichnungen. Auf jeden Kalenderblatt wird der kleine Künstler mit einem Foto vorgestellt und seinem Herzenswunsch vorstellt.

Kalenderblätter mit Wünschen, Hoffnungen und einem Porträtfoto


„Bei der Auswahl wir haben wir nicht nach dem perfekten Bild gesucht“, so Boog. Für den Kalender wurden Zeichnungen ausgewählt, die den Alltag und die Wünsche der Kinder wiederspiegeln. Federführend bei der Auswahl war Luciana La Marca, die selbst als Künstlerin arbeitet.

Mittlerweile wird der Kalender verkauft. Aus dem Erlös wollen Boog und La Marca sehr arme Kinder mit Schulstipendien unterstützen, Reparaturen an Schulgebäuden finanzieren und die Ausstattung von Schulen verbessern. Boog musste vor Ort feststellen: Viele Schulgebäude sind nach dem Erdbeben einsturzgefährdet. Die Lernbedingungen dementsprechend katastrophal.

Kalendererlös für zerstörte Schule und Stipendien


Viel Freizeit investieren die Französin und der Deutsche derzeit in den Kalenderverkauf. Doch schon jetzt haben sie sich Gedanken über eine Fortsetzung ihres Engagements gemacht. „Vielleicht könnte im nächsten Jahr ein Kalender mit Lucianas Aquarellbildern für unsere Projekte entstehen“, gibt Boog einen Ausblick.

Zur Sache

+ Ein Kalender kostet 15 Euro. Er wird über die Internetseite der „Helping Hands“ verkauft - www.nepalproject.eu - verkauft. Anfragen sind auch direkt über Swen Boog unter s.boog@web.de oder info@helping-hands.eu möglich.
+ Die Kalender gibt es in den Formaten A3 und A5, wahlweise in deutscher, englischer und französischer Sprache.
+ Boog und La Marca arbeiten mit der Hilfsorganisation „Community Development Foundation“ (cdfn.org.np) ihres gemeinsamen nepalesischen Freundes Ammar Raj Guni sowie und dem „Save Our Children Center Nepal" (SCCN) zusammen. Zum Team der „Helping Hands“ gehört zudem Lars Kummer, Oberarzt in der Jenaer Notfallambulanz.

Dafür ist das Geld bestimmt:

+ Die Kumbheswhar Seondary School in Nuwakot wird mit Lernmaterialien wie Landkarten), Globus, CD-Spieler unterstützt.
+ Für die vom Erdbeben fast völlig zerstörte Bageswori-Schule im Dorf Sindupalchowk soll ein temporäre Schulgebäude errichten werden. Dafür werden Baumaterialien im Wert von ungefähr 2000 Euro benötigt.
+ Die Wasserversorgung zum Dorf Kabilash ist völlig zerstört. „Helping Hands“ finanziert für die Neuverlegung Zement und Wassertanks.
+ Für die „ Shree Amar Primary School“ im Dorf werden PVC-Böden und Matten gekauft. Im Ersatzbau für die einsturzgefährdete Vorschule und Kindergarten haben die Kinder bisher auf dem Erdboden spielen müssen. Auch Lernmaterialien und Spielzeug werden angeschafft.
+ Für zunächst ein Jahr werden Schulstipendien an die zwei Kinder der Familie Sedhain in Kathmandu vergeben. Der Vater leidet an einer schweren Thrombose der Kopfvenen und ist daher nicht arbeitsfähig.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige