Theresa goes Freiwilligendienst: Eine 18-jährige auf dem Weg nach Argentinien

Nächster Halt: Südamerika! Die 18-jährige Theresa Krüger wird im Rahmen eines Freiwilligendienstes 12 Monate lang in der Nähe von Buenos Aires, Argentinien, in einem sozialen Brennpunkt arbeiten. (Foto: Jürgen Bätz)
 
Nach einem weiteren Vorbereitungsseminar geht es für Theresa Krüger Ende Oktober nach Buenos Aires. Nach 12 Jahren Schule will sie die Welt entdecken und ihren ganz persönlichen Beitrag zur Völkerverständigung leisten. (Foto: Jürgen Bätz)
Theresa Krüger unterstützt im Rahmen des internationalen Freiwilligendienstes hilfsbedürftige Menschen in Argentinien

Gerade 18, das Abitur in der Tasche – und was nun? Theresa Krüger weiß es: Sie will raus! Raus aus Jena, Thüringen, Deutschland, weg von der behüteten Welt, in der sie aufgewachsen ist. Rein in eine andere Kultur und Sprache, in einen sozialen Brennpunkt, in dem Menschen in Notsituationen unterstützt werden. Die Jenaerin wird sich 12 Monate lang im Rahmen eines Freiwilligendienstes unentgeltlich engagieren – und hat sich dafür das Projekt „Fundación Oxenford“ ausgesucht, eine soziale Einrichtung 40 Kilometer entfernt von Buenos Aires, Argentinien. Allgemeiner-Anzeiger-Reporterin Anne-Kristin Henker traf Theresa Krüger wenige Woche vor ihrer Abreise.

Mit welchen Gefühlen fliegst Du nach Südamerika?
Ich bin neugierig auf Land und Leute und besonders auf meine Einsatzstelle. Ich freue mich auf die neuen Herausforderungen und auf das Spanisch, das ich hoffentlich in einiger Zeit flüssig sprechen werde. Angst oder große Aufregung verspüre ich bisher nicht. Nur manchmal mache ich mir Sorgen, dass alles doch ganz anders wird, als ich es mir vorstelle, und mich die Situation in einem fremden Land mit fremder Kultur und Sprache überfordert...

Was treibt Dich zum Freiwilligendienst an?
Ich bin voller Neugierde und Tatendrang! Nach zwölf Jahren Schule habe ich einfach Lust, rauszukommen, Neues zu entdecken, etwas nicht nur für mich selbst zu leisten. Ich will selbstständiger und selbstbewusster werden und mal einen anderen Lebensstandart als den deutschen kennenlernen. Mir ist klar, dass meine dortige Tätigkeit nicht die Welt retten wird. Aber vielleicht wird sie Einzelpersonen und -schicksale beeinflussen und verändern. Genauso wie ich von anderen lernen werde, können sie vielleicht von mir lernen. Damit möchte ich helfen, Vorurteile abzubauen und einen kleiner Beitrag zur Völkerverständigung leisten.

Was erwartet Dich in Argentinien?
Gemeinsam mit zehn anderen deutschen Volontären des „weltwärts“-Programms lande ich am 26. August in Buenos Aires. Gleich am nächsten Tag werden wir an unserem jeweiligen Einsatzort eingearbeitet – für mich ist das die„Fundación Oxenford“. Meine Mitfreiwillige und ich werden die Bibliothek des Wohnheims für hilfsbedürftige Menschen systematisieren, mit den Bewohnern kochen, waschen und putzen. Außerdem Gewächshaus und Gemüsegarten in Schuss halten, denn die Fundación versucht, einen Großteil ihrer Lebensmittel selbst anzubauen. Nebenbei eigenständig Möbel in der Möbeltischlerei bauen, die bedürftigen Familien zur Verfügung gestellt werden. Vor zwei Jahren haben die Freiwilligen ein komplettes Haus errichtet, in dem heute eine obdachlose Familie wohnt. Meine Mitfreiwillige und ich planen als erstes größeres Projekt die Errichtung eines Hühnerstalls, der dank den Eiern zur Eigenversorgung beitragen soll.

Wie hast Du Dich auf den Freiwilligendienst vorbereitet?
Ich habe unzählige Erfahrungsberichte gelesen, um sicher zu sein, dass ich dafür geeignet bin. In der Schule habe ich mich in Spanisch besonders reingehangen und einen Kurs an der Volkshochschule besucht, bei einem zweiwöchigen Praktikum in einer Möbeltischlerei die Grundlagen der Holzverarbeitung erlernt. Auch zwei Reiseführer schmücken seit Monaten meinen Nachtschrank. In einem achttägigen Vorbereitungsseminar für uns „weltwärts“-Freiwillige konnte ich viel über Argentiniens Sitten und Bräuche, praktische Dinge wie Transport, Finanzielles, Ernährung, Gesundheit und Sicherheit erfahren – auch von Landesmentoren und ehemaligen Freiwilligen. Weitere Seminare finden Mitte August, Januar und im September 2016 statt.

Wovor hast Du Respekt?
Definitiv vor der Sicherheitslage im Land, die sich durch Wirtschaftskrise und boomender Drogenindustrie in den letzten Jahren deutlich verschärft hat! Ich bin in Jena aufgewachsen und gewohnt, überall zu jeder Zeit hingehen zu können. Dort soll ich mich abends nur im Projekt aufhalten, dieses ohne Begleitung gar nicht erst verlassen, bestimmte Viertel und Distrikte komplett meiden. Und selbst dann ist ein Überfall nicht ausgeschlossen. Das macht mir wirklich große Sorgen. Meine Freiheit hatte für mich bisher einen hohen Stellenwert, jetzt muss ich sie zu meinem eigenen Schutz beschränken... schon eine Umstellung.

Was steht bis zum Abflug im Fokus?
Im Moment bin ich noch überwiegend damit beschäftigt, meinen Unterstützerkreis zu vervollständigen: Im Rahmen des „weltwärts“-Programms brauche ich Personen, die meinen Aufenthalt – zusätzlich zu den Projektgeldern des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung – finanziell unterstützen. Ich habe dazu Flyer mit Informationen zu mir und meinem Projekt drucken lassen und freue mich über weitere Unterstützer... Ansonsten werde ich einfach den letzten Sommer in meiner Heimatstadt genießen, denn studieren möchte ich woanders. Außerdem habe ich noch ein einwöchiges Vorbereitungsseminar und dann geht es ja auch schon los...

Entwicklungspolitischer Freiwilligendienst „weltwärts“

Junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahren haben die Chance, Freiwilligendienst in einem sogenannten Entwicklungs- oder Schwellenland zu leisten: Rund 3500 junge Menschen engagieren sich jährlich zwischen sechs und 24 Monaten bei einer lokalen Partnerorganisation für Bildung, Gesundheit, Umwelt, Landwirtschaft, Kultur oder Menschenrechte. Dabei stehen Austausch und gemeinsames interkulturelles Lernen im Mittelpunkt. Weitere Informationen: www.weltwaerts.de

Theresa Krügers Projekt

„Funcación Oxenford“ ist eine soziale Einrichtung für Menschen in Notsituationen, speziell für Kinder, Jugendliche, behinderte und alte Menschen. Sie unterhält über 30 verschiedene Institutionen und unterstützt etwa 2000 Hilfsbedürftige. Theresa Krüger wird im „Haus der offenen Familie“ arbeiten, das Verpflegung, Therapiegespräche, Alphabetisierungskurse u.ä. bietet – mit dem Ziel, die Lebenschancen der Bewohner zu verbessern und die soziale Reintegration zu unterstützen. Ihre deutsche Entsendeorganisation ist der IN VIA e.V..

Unterstützung

Theresa Krügers Aufenthalt findet im Rahmen des entwicklungspolitischen Freiwilligendienst-Programmes „weltwärts” statt. Er wird größtenteils von Geldern des Bundeministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert, einen weiteren Teil müssen die Freiwilligen mit Hilfe eines Unterstützerkreises beitragen. Theresa Krüger freut sich über Unterstützung und steht für Informationen zur Verfügung unter krueger.theresa@gmx.de
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