UNO debattiert in Jenaer Universität - Politikstudenten der FSU Jena spielen Vereinte Nationen

JENA. Die Vereinten Nationen, das wichtige weltpolitische Sicherheitsorgan tagte vergangenen Samstag in der Jenaer Universität – zumindest fast. 150 Studenten schlüpften für einen Tag in die Rollen von Länderdelegierten aus 30 Staaten und verhandelten über Veränderungen des Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Das Planspiel findet parallel zu einer Vorlesung über die UNO bei Politikdozent Dr. Manuel Fröhlich statt, der die Simulation als Generalsekretär begleitete. „Normalerweise muss man bei solchen Planspielen Impulse geben – hier sind die Teilnehmer eher etwas zu aktiv“.
Die meisten Studenten zeigten sich zufrieden mit der Simulation: „Der Aufwand und die Mehrstunden haben sich defintiv gelohnt“ meinte die Studentin Lorin Towi, die den Iran vertrat. „Wenn man die Theorie in der Praxis nachspielt, kann man das viel besser nachempfinden“ fügte Philipp Katzschmann, der Argentinien vertreten durfte, hinzu. Ganz realitätsfern war die Debatte übrigens nicht: Die Afrikanische Union hatte sich im Planspiel mit Deutschland, Japan, Brasilien und Indien auf eine gemeinsame Resolution geeinigt, die für die vier Staaten ständige Sitze im Sicherheitsrat vorsieht. 2005 war dies auch in der Realität passiert. Wie auch im Planspiel wurden die Pläne damals nicht verabschiedet und alles blieb beim Altbewährten. „So ist es eben in der Demokratie: Es wird oft viel Energie investiert und dann kommt nichts heraus“ meinte Tutor Patrick Rosenow.
Letztlich wurde vor allem die Zeit knapp: Bis in die frühen Abendstunden diskutierten die Studenten über ständige Sitze im Sicherheitsrat, Demokratieverständnis und Resolutionen, obwohl das Planspiel offiziell bis 16 Uhr beendet sein sollte. In einem Tutorium zur Vorlesung wurden die Studenten in den vergangenen zwölf Wochen intensiv auf ihre Diplomatenrolle vorbereitet. Reden wurden einstudiert, die Geschäftsordnung besprochen und Verhandlungstechniken erlernt. Die Tutoren Patrick Rosenow, Janine Dersin und Jörg Hebenstreit nahmen in diesem Jahr selbst an einer großen UN-Simulation in Singapur mit 192 Staaten teil. Die Jenaer Studenten vertraten dort den afrikanischen Staat Tansania.
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