Verena Paul-Zinserling aus Jena schreibt Märchenbuch für ihren Enkel

Der kleine Ruben darf sich über ein Märchen freuen, dass seine Oma für ihn geschrieben hat. (Foto: privat)
 
Verena Paul-Zinserling hat für ihren Enkel Ruben ein Märchenbuch geschrieben.

Ruben aus Jena ist noch nicht einmal ein Jahr alt. Und doch hat er ein eigenes Buch. Seine Oma hat es für ihn geschrieben.

Ruben ist ein Glückskind. Nicht nur seine Eltern lieben ihn über alles, auch seine Oma. Verena Paul-Zinserling hat sich riesig gefreut, als sie im vergangenen Dezember zum ersten Mal Großmutter wurde. Kein Wunder, dass sie nun öfter bei Sohn und Schwiegertochter anruft, um nachzufragen, wie es dem Jungen geht.

Bauchwehbär plagt Ruben


Nicht immer hört sie gute Nachrichten. „Der Bauchwehbär ist wieder da“, musste sie einmal vernehmen. Sogleich hatte sie Mitleid mit Ruben, den Magenkrämpfe quälten. „Doch ich fand auch den Begriff ‚Bauchwehbär’ lustig“, erinnert sich die 74-Jährige an das Telefonat. Der Bauchwehbär ließ sie nicht mehr los. Eine Geschichte für Ruben wollte sie daraus entwickeln.

Das Schreiben geht der ehemaligen Hochschuldozentin für Klassische Archäologie leicht von der Hand. Viele wissenschaftliche Abhandlungen hat sie verfasst. Sie konnte vom Schreiben auch dann nicht lassen, als sie sich aus dem Beruf verabschiedet hat. „Das ist meine Lebensform“, erklärt sie. „Nur zu lesen, das ist mir zu passiv.“

Nach vier Büchern das erste Märchen


Vier Bücher mit privaten Erinnerungen sind seitdem entstanden. Dazu zählen zwei Reiseimpressionen aus Anatolien sowie eine aus Südengland. Im Vorjahr erschien das Buch „Huf und Halsband“, in dem sie über die Tiere in ihrem Leben erzählt. Hunde und Pferde waren die ständigen Begleiter von Verena Paul-Zinserling, in deren Arbeitswelt es sich um längst vergangene Zeiten drehte.

Nun legt sie ihr erstes Märchenbuch vor. Warmherzig erzählt die Großmutter darin von einem kleinen Bären, der von zu Hause wegläuft, um die Welt zu entdecken. Doch das geht gründlich schief. Denn er landet im Babybettchen auf dem Bauch des kleinen Ruben und verursacht dort Bauchkrummen. Am Ende findet der Bauchwehbär doch wieder nach Hause zu seiner Mama und Rubens Schmerzen, die verschwinden.

Im Netzt findet die Autorin eine Illustratorin


Zur Geschichte von Verena Paul-Zinserling hat Sophia Schwade zehn Bilder gemalt. „Alle in einem ganz eigenen Stil“, freut sich die Autorin über die Zusammenarbeit mit der jungen Jenaerin, die in Berlin studiert. Zum ersten Mal hat Paul-Zinserling mit einer Illustratorin zusammengearbeitet. „Es war gar nicht so leicht, jemanden für die Arbeit zu finden“, erinnert sie sich. Die beiden Frauen aus Jena haben sich schließlich über das Internet kennen und vertrauen gelernt. „Ich konnte Sophia Schwade ja nicht garantieren, dass das Buch mit ihren Bildern wirklich erscheint und sich die Arbeit am Ende lohnt.“

Das Schreiben von Büchern ist im Vergleich zu deren Verkauf wohl die einfachere Aufgabe. Der Eindruck entsteht, wenn Paul-Zinserling über die Probleme erzählt, einen Verlag zu finden. Oftmals wurde fürs Drucken viel Geld im Voraus verlangt. Bei einem österreichischen Verlag hatte sie mehr Glück. Die Zuzahlung war hier relativ gering.

Vertrieb eigener Bücher ist harte Arbeit


Mit dem Vertrieb steht die Autorin relativ allein. Das Buch gibt es derzeit nur im
Internet. „Mir fällt das Klinkenputzen schwer“, erklärt Paul-Zinserling ihre Zurückhaltung, wenn es darum geht, in Buchläden der Region ihr Werk anzupreisen. Vom Schreiben möchte sie dennoch nicht lassen. Ein Märchenbuch bleibt vorerst aber die Ausnahme: als Geschenk für Ruben, als Erinnerung an seine Babyzeit. „Ich möchte meine Familiengeschichte zu Papier bringen“, steckt sich die Archäologin neue Ziele. Ebenso kann sie sich vorstellen, wieder über ihr altes Arbeitsgebiet zu schreiben.

Zur Sache

• Vita: Dr. Verena Paul-Zinserling (74) wurde in Zeitz geboren, hat
Klassische Archäologie in Halle studiert und später als Hochschuldozentin an der Jenaer Universität. Viele Jahre leitete sie dort die Sammlung antiker Kleinkunst am Lehrstuhl für Klassische Archäologie.
• Buch: Verena Paul-Zinserling: „Der Bauchwehbär“, 38 Seiten,
Verlag united p.c.,
ISBN 978-3-7103-2841-1
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige