Vielseitige Ausbildung trotz Montage und Baustelle

Jena: Stadtmitte | Ehemaliger Elektronikerazubi wollte eigentlich Veranstaltungstechniker – heute ist er beides.


Wenn Johannes Röding am Donnerstagnachmittag in Oßmaritz bei Jena ankam, dann ging es erst einmal ins Bett. Von Montag bis Donnerstag war er als Elektronikerlehring eines Thüringer Betriebs überall in Deutschland auf Montage unterwegs. Der Betrieb hatte sich auf Steuerungen für Lüftungs- und Heizungsanlagen spezialisiert, seine Ausbildung ging deshalb in Richtung „Gebäudetechnik“. Um am Donnerstagabend ins vorgezogene Wochenende zu fahren, machte er manche Tage bis zu 13 Stunden Dienst.

Verteufeln will er den Beruf deshalb allerdings nicht. „Der Beruf des Elektronikers ist ein durchaus spannender, herausfordernder Beruf mit vielen Facetten und Möglichkeiten“, meint der heute 23-Jährige. Trotzdem war es für ihn nicht der Traumberuf. Nach der Schule wollte er eigentlich eine Ausbildung als Fachkraft für Ausbildungstechnik absolvieren – war mit 17 Jahren dafür aber zu jung. Naheliegend war die Ausbildung als Elektroniker.

Fertig mit der Lehre, holte er zunächst sein Abitur nach und studiert heute Lehramt Berufsschule. In Zukunft wird er Elektronikerlehrlinge, wie einst selbst einer war, ausbilden. „Ich habe in der Lehre erkannt, dass mir der Lehrerberuf liegt“. Den Traum des Veranstaltungstechnikers hat er sich trotzdem erfüllt. Vor drei Jahren gründete er gemeinsam mit Freunden den Veranstaltungsbetrieb Disco POP-FM, mit dem er heute an den Wochenenden auf Tour geht und für Stimmung auf Hochzeiten, Partys und runden Geburtstagen sorgt. „Hier blühe ich schon ein wenig auf“, sagt er mit einem Lächeln im Gesicht. Dabei geht es ihm nicht ums Geld – es ist ein Hobby. Die Einnahmen investiert er komplett seine Musiktechnik, die er dank erfolgreich abgeschlossener Elektronikerlehre selbst zusammenbauen kann. Inzwischen vermietet er seine Anlagen in einer eigenen Firma auch an Veranstalter und DJs. Wer sich für den Beruf des Elektronikers stößt in Thüringen auf viele offene Stellen.

Neben einem Realschulabschluss sollte man gute Noten in den Fächern Mathe und Physik mitbringen. Abfinden müssen sich die Azubis damit, dass Sie fast ausschließlich auf Baustellen und vorwiegend auf Montage arbeiten. Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre und ist in den Fachrichtungen Energie- und Gebäudetechnik, Informations- und Kommunikationstechnik sowie Automatisierungstechnik möglich. Laut Agentur für Arbeit verdient ein Elektronikerazubi im ersten Ausbildungsjahr zwischen 365 und 565 Euro – im Dritten zwischen 480 und 700 Euro. Aufstiegschancen bestehen in einer anschließenden Meisterlehre und danach gegebenenfalls in einem Ingenieurstudium. (Franz Purucker)
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