Wie ist das Leben als Fotografin, Frau Knipper-Berg?

Die Fotografin Arlene Knipper-Berg (links) bei der Arbeit in ihrem Jenaer Studio.
Jena: fotostudio arlene knipper | Sie sucht und findet jede Schokoladenseite. „Alle Menschen sind fotogen", behauptet die Jenaer Fotografin Arlene Knipper-Berg. Und nennt auch gleich das erste Talent, das sie als Fotografin benötigt: Menschenkenntnis. Damit ausgestattet, kann sie ihre Kunden so sehen, wie sie gesehen werden wollen.

Apropos Foto-Gen: Das Talent hat sie von der Mutter geerbt, ebenfalls eine Fotografin. Doch im Familienbetrieb wollte Arlene Knipper-Berg nicht arbeiten und eröffnete nach der Meisterprüfung in Jena ihr eigenes Studio. In der Lichtstadt trifft die Mutter von zwei Kindern auf anspruchsvolle Kunden, die Qualität schätzen. „Einige denken ja: Auf den Auslöser kann jeder drücken. Aber unsere Arbeit ist etwas wert." Pass- und Bewerbungsbilder bedeuten einen großen Teil des Alltagsgeschäftes. Vor Ort können sich die Kunden professionell schminken und frisieren lassen. „Manche bringen ihren ganzen Kleiderschrank mit", petzt die Jenensin. „Doch nicht das Kleid und die Frisur stehen im Vordergrund, sondern der Mensch." Deswegen fotografiert die 38-Jährige so gerne Porträts - vom Renter auf dem Motorrad oder vom Sportler beim Triathlon. Auch die Ehefrau wird in Dessous und erotischen Posen scharf gestellt.

Jedes Foto bedeutet eine neue Herausforderung. „Ich bin für alle Wünsche offen. Die Bilder dürfen nur nicht kitschig sein." Auf diese Weise begleitet Knipper-Berg Familien von der Geburt bis zur Hochzeit durch das Fotoalbum ihres Lebens. Doch sie fotografiert auch Mitarbeiter, Produkte und ganze Arbeitsabläufe für Firmenbroschüren. Sie mag es, bei Veranstaltungen hinter die Kulissen zu gucken, ein Teil des Ganzen zu sein. Und liebend gerne konzipiert sie ausgefallene Shootings: zum Beispiel mit Bikini-Models unter künstlichem Regen in der Nacht.

Ein Fotograf muss kreativ und flexibel sein. Er darf nicht mit Arbeitszeiten von 9 bis 16 Uhr rechnen. Der Beruf ist körperlich anstrengend und wird meist schlecht bezahlt. Der Markt ist hart umkämpft, denn viele Freie fotografieren ohne Ausbildung. Auslöser für Missmut ist für Knipper-Berg aber nur die viele Zeit, die sie am Rechner verbringen muss: um die Bilder zu bearbeiten und zu archivieren oder für Fotomontagen. „Ich stehe lieber hinter der Kamera."

Wo?
Der praktische Teil der Ausbildung findet im Betrieb statt. Die Theorie wird in Thüringen an der Berufsschule in Gera vermittelt. Fotografie kann auch studiert werden, zum Beispiel an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig.

Was?
Im Betrieb lernt der Azubi, Kunden zu beraten, Bildkonzeptionen zu erstellen und umzusetzen, die Kamera und das Zubehör zu handhaben, Beleuchtung einzusetzen, Bilder am Computer zu bearbeiten und zu archivieren. In der Berufsschule wird das Wissen um Fotografie, Fotolabortechnik und Technik vertieft. Zunehmende Bedeutung erlangt auch hier der Einsatz von Geräten zur digitalen Bildbearbeitung.

Wie lange?
Die handwerkliche Ausbildung dauert drei Jahre.

VITA ARLENE KNIPPER-BERG
• legte 1996 ihre Meisterprüfung ab
• machte sich 1997 mit einem eigenen Fotostudio in Jena selbstständig
• Kontakt: www.foto-knipper.de
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