Wofür Schulsozialarbeit?

P. vor dem Büro
Jena: Jena | Die depressive 17 jährige P. steht morgens vor dem Büro der Schulsozialpädagogin, mit Tränen in den Augen, denn sie ist zu Hause raus geflogen. Sie hatte gestern Streit mit ihren Eltern aufgrund der schlechten Noten auf dem Halbjahreszeugnis und der unentschuldigten Fehltage.

In Jena arbeiten an den drei Berufsbildenden Schulen mit ca. 5000 Schülerinnen und Schülern derzeit vier Kolleginnen in der schulbezogenen Jugendsozialarbeit (Schulsozialarbeit). Schwerpunkt bilden dabei die 16 Klassen der Berufsfachschule (BFS), Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) und Sozialbetreuer (S). Der Beratungs- und Unterstützungsbedarf insbesondere bei diesen jungen Menschen wächst stetig. Auch das Thema Inklusion schlägt sich in der Arbeit des Schulsozialpädagogen nieder. Durch die enge Zusammenarbeit im Rahmen der Einzelfallhilfe ist insbesondere bei den Abgangsklassen positiv zu verzeichnen, dass die meisten Schüler und Schülerinnen nach dem Erlangen ihres Schulabschlusses eine betriebliche (32%) beziehungsweise schulisch weiterführende Ausbildung (18%) beginnen. (s. DiagrammVerbleib).

Tendenziell ist festzustellen, dass fehlende Motivation und Leistungsbereitschaft, geringe Belastbarkeit und Durchhaltevermögen, sowie fehlende berufliche Orientierung und psychische Probleme verstärkend auftreten. Aufgrund persönlicher Problemsituationen finden ebenso Schüler und Schülerinnen aus anderen Schulformen, wie z.B. der Höheren Berufsfachschule oder der dualen Ausbildungen, den Weg zu den Schulsozialpädagoginnen. Zum weiteren Arbeitsfeld gehören etablierte Projekte und Gruppenarbeiten. Im vergangenen Jahr zählten die berufsbildenden Schulen insgesamt 116 Veranstaltungen zur Berufsorientierung (43), Prävention (18), politischen Bildung (17) und Teambildende Maßnahmen (38).

In Zusammenarbeit mit den Klassen, Lehrern und Kooperationspartnern werden ständig neue Ideen und bedarfsorientierte Projekte entwickelt. So entstand in dem Staatlichen Berufsbildenden Schulzentrum Jena-Göschwitz, das in den Lehrplan wöchentlich integrierte soziale Training im BVJ. Mit dem Ziel konstruktiver mit Konflikten umzugehen, die Eigen- und Fremdwahrnehmung zu reflektieren, sowie die eigene Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen und zu stärken. Kurz um, den eigenen Alltag zu meistern. Das regelmäßige stattfindende autogene Training für Lehrkräfte und die Fallberatung an der Karl-Volkmar-Stoyschule gehören ebenso zu Innovationen, die durch die Schulsozialpädagogin auf Wunsch und nach Bedarf der Lehrer initiiert wurden.

P. ist wieder zu Hause nachdem die Schulsozialpädagogin mehrere Gespräche mit ihr, mit den Eltern, dem Klassenlehrer und dem Jugendamt geführt hat. Eine weitere Begleitung durch die Schulsozialpädagogin hinsichtlich der beruflichen Orientierung ist geplant.
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