Zweitklässler hinter Schloss und Riegel in der Verwahrzelle

Oh, oh! Eine gesamte Klasse hinter Schloss und Riegel! Was haben die Zweitklässler der Jenaer Nordschule angestellt?
 
Kommissar Willi Kuhnke in der Einsatzleitstelle.
Jena: Polizeidirektion | Zweitklässler hinter schwedischen Gardinen! Was ist passiert? Nichts! Zumindest nichts Schlimmes. Passiert ist schon etwas. Die Zweitklässler der Jenaer Nordschule - etwa 80 Kinder in vier Klassen - haben sich innerhalb des Fachs Heimat- und Sachkunde auf den Weg gemacht, mehr über den Beruf des Polizisten zu erfahren.

Zwei Stunden lang fragen die Kinder den Beamten in der Polizeidirektion Jena Löcher in den Bauch. Wie ist das mit dem Jagen von Dieben? Werden Polizeiautos beim Verfolgen zu Schrott gefahren? Wird viel geschossen? Können Polizisten einen Salto? Steffi Kopp, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Jena, erklärt geduldig, dass es im wahren Polizeileben längst nicht so wild zugeht, wie das immer im Fernsehen gezeigt wird.

Die Führung beginnt in der Einsatzleitstelle - dort, wo die Notrufe eingehen. Klar kennen die Knirpse die 110. Aber kaum haben sie die Nummer gesagt, werden sie mäuschenstill. Kommissar Willi Kuhnke nimmt einen Funkspruch seiner Kollegen entgegen. Eine Kennzeichenfeststellung. So erleben die Kinder die Polizeiarbeit live mit. Dann ein Anruf. Und der Kommissar schreibt alles auf. Schreiben, ein gutes Stichwort für Steffi Kopp. Und schon kommt sie auf die im Fernsehen zu sehenden Filme zu sprechen. Nein, so viel Action passiert bei der echten Polizei nicht. Und Autos zu Schrott fahren geht auch nicht. Da müsse man so lang auf ein neues warten. Aber geschrieben wird bei der Polizei unendlich viel. Alles muss genau notiert werden. Vieles haben die Kinder vermutet. Aber dass man im Schreiben gut sein muss, um Polizist werden zu können... Ja, selbst wenn nur eine Birne in der Kaufhalle gestohlen wird, wie ein Mädel erzählt hat, muss alles protokolliert werden.

Und schon ist Steffi Kopp beim nächsten Thema. Diebstahl ist Diebstahl. Selbst wenn es nur eine Birne ist. Und das steht ewig in den Akten. Und irgendwann möchte man einen Beruf erlernen. Und so ein vermeintlich kleiner Diebstahl macht einem dann einen Strich durch die Rechnung. Niemals etwas mopsen! Auch nichts Kleines! Auch nicht, wenn es eine Mutprobe ist! "Mutig ist der, der Nein sagt!", fügt der Kommissar an.

Dass Polizisten sportlich sein müssen, glauben die Kinder Ilka Vollmar sofort. Es gibt Polizisten auf Pferden, auf Inlinern, auf dem Fahrrad. Aber selbst die Auto fahrenden Polizisten müssen schließlich einem Dieb hinterher rennen können.

An der nächsten Station weicht die Theorie der Praxis. Die Hundestaffel führt mit zwei Schäferhunden anschaulich ihre Arbeit vor. Und die Kinder dachten, Schäferhund ist gleich Schäferhund. Sie sind alle speziell ausgebildet. Da gibt es Fährtenhunde, Drogenspürhunde, Sprengstoffspürhunde und Brandmittelspürhunde. Interessant. Und die Vorführung erst noch!

Und was ist eigentlich alles im Kofferraum eines Polizeiautos? Und für was ist das große Auto? Und wo ist das Gefängnis? Na, das hätten die Knirpse mal lieber nicht fragen sollen. Ein Gefängnis gibt es an diesem Polizeistandort selbstverständlich nicht, aber dafür karge Verwahrzellen. Und eh sie sich versahen, waren sie auch schon drin. Das Klo genau neben dem Bett. Es mal gesehen zu haben, hat ihnen gefallen. Aber schon die geschlossene Tür ist nicht so toll. Na ein Glück, dass das nur zur Führung gehört hat. Schnell noch ein paar Fingerabdrücke machen lassen und ab zurück in die Schule.


Resümee der 2a:

Ich will Polizist werden, weil...

Thomas: Ich will nur so Polizist werden.
Jonathan: ... das ein schöner und interessanter Beruf ist.
Sophia: Tolle Sache, dort zu arbeiten.
Philip: ... das mit dem Hund so cool ist.
Alexandra: ...ich dann mit den Hunden arbeiten kann. Ich mag Hunde sehr.
Hannes: Wegen den Hunden.

Was hat dir am besten gefallen:

Regina: Die Hunde, weil die immer so hoch gesprungen sind.
Richard: Der Hund, der geschlendert wurde und gespielt hat.
Robin: Im Polizeiauto sitzen.
Thomas: Die Hunde.
Arvid: Die Funktion vom Einsatzwagen.
Dennis: Die Hunde.
Christian: Die Hunde.
Michael: Das Polizeiauto mit den Zellen.
Sophia: Dass die Polizei uns alles gezeigt hat.
Louis: Die Zelle.
Jonathan: Wie der Hund den angeblichen Verbrecher geschubst hat.
Frau Korn: Dass die Hunde so toll gehört haben.
Regina: Endlich habe ich einen Fingerabdruck von mir.
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10 Kommentare
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Petra Seidel aus Weimar | 01.02.2012 | 17:58  
3.050
Antje Hellmann aus Jena | 01.02.2012 | 18:10  
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Petra Seidel aus Weimar | 01.02.2012 | 18:58  
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Hannelore Grünler aus Artern | 01.02.2012 | 19:48  
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Petra Seidel aus Weimar | 01.02.2012 | 20:19  
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 01.02.2012 | 21:14  
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Renate Jung aus Erfurt | 01.02.2012 | 23:27  
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Karin Jordanland aus Artern | 02.02.2012 | 10:22  
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Birgit Muncke aus Gera | 04.02.2012 | 16:58  
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Petra Seidel aus Weimar | 04.02.2012 | 19:22  
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