Dem Stadtklima auf der Spur

Sitzquader aus verschiedenen Baumaterialien demonstrieren an der Doppelstation bei Lichtenhain für jeden direkt spürbar die unterschiedlichen wärmetechnischen Eigenschaften der Stoffe. Im Bild: Michael Strosche (ÜAG), Osama Mustafa (ThINK), Sponsor André Czech, Stadtförster Olaf Schubert (unten v. li.) sowie Heiko Griebsch (ThINK) und Gudrun Saalmann (ÜAG). Foto Hausdörfer
JENA. „Jena hat aufgrund seiner geografischen Struktur ein ganz spannendes Stadtklima“, weiß Osama Mustafa, Geschäftsführer des Thüringer Instituts für Nachhaltigkeit und Klimaschutz (ThINK) zu berichten. Die Tallage mit steilen Nord- und Südhängen und die unterschiedliche Bebauungsdichte befördern zum Beispiel Kaltluftströme auf der einen und die Bildung von Wärmeinseln auf der anderen Seite sowie eine unterschiedliche, an die jeweiligen Verhältnisse angepasste Vegetation.

Wenn die Stadt lebenswert bleiben soll, müsse man, so meint Michael Strosche von der ÜAG, zum Beispiel bei den Bebauungsplanungen künftig mehr Augenmerk auf den Naturraum als wichtigen Standortfaktor legen. Hier sei Jena derzeit noch etwas „unterbelichtet“.

Ein in der Entstehung befindlicher „Klimapfad Jena“ soll die Bürger für diese Problematik sensibilisieren, indem er das stark in die Diskussion geratene globale Klima auf die „Alltagsebene herunter holt“ und für jeden fassbar demonstriert, wie globales Klima lokal funktioniert und sich vor Ort auswirkt.

Jetzt fertig gestellt sind die ersten drei von insgesamt acht geplanten Stationen des Klimapfades, ein Kooperationsprojekt von ÜAG, Kommunalservice Jena, ThINK und Sponsoren. Startpunkt ist an der Bushaltestelle am Beutenberg-Campus. Tafeln vermitteln hier einen Überblick über die verschiedenen Stationen und geben eine Einführung ins Thema Stadtklima. Dabei zeigt sich, das die zum Teil sehr dichte Bebauung mit intensiver Bodenversieglung und mangelnder Vegetation sowie Luftschadstoffe und Abwärme in Städten zu einem speziellen Klima führen können, welches sich erheblich vom ländlichen Umfeld unterscheidet. Die Stationen 2 und 3 befinden sich am Beginn des Ammerbacher Oberwegs unweit von Lichtenhain. Hier gibt es Infos zu dem durch die Bebauung modifizierten Klima in Jena und es wird die klimatische Bedeutung von städtischer Vegetation aufgezeigt.

Zur Finanzierung der weiteren Stationen des Klimapfades sind Sponsoren aus der Wirtschaft notwendig. Wie zum Beispiel André Czech, der in seiner Bäckerei auf ökologisch sinnvolle Stoffbeutel setzt, von deren Verkaufserlös die Hälfte dem Klimapfad-Projekt zugute kommt.

Info:
Potenzielle Sponsoren wenden sich bitte an ThINK (Tel. 5733250), die Stadtforstverwaltung (Tel. 806482) oder die ÜAG (Tel. 806800).
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