Haussperling hat knapp den Schnabel vorn

Der Haussperling war bei der der „Stunde der Wintervögel 2016“ in Thüringen mit über 20.400 Meldungen am häufigsten gezählte Vogel. (Foto: Fotonatur)
Jena: ... |

Über 4.200 Bürgerinnen und Bürger in Thüringen haben dem NABU mehr als 110.000 Vögel gemeldet.

Der NABU Thüringen gibt die Ergebnisse zur „Stunde der Wintervögel 2016“ bekannt. „In diesem Jahr hat des Haussperling den Schnabel vorn“, sagt Klaus Lieder, der Sprecher des Landesfachausschusses für Ornithologie im NABU Thüringen. Dabei sah es am Freitagnachmittag um 14:10 Uhr noch ganz anders aus, es führte die Kohlmeise knapp vor dem Spatzen. „Bis zum Sonntag wurden bei uns noch Meldebögen eingegeben. Ab Freitag 15:00 Uhr zog dann der Haussperling an der Kohlmeise vorbei und gewann das Rennen“, berichtet Klaus Lieder.

In Thüringen wiederholt sich jedes Jahr der Kampf um die ersten zwei Plätze. Wobei der Haussperling von 2011 bis heute insgesamt vier Mal auf dem Siegertreppchen stand. Die Kohlmeise ergatterte sich zwei Mal den Titel. Im Freistaat meldeten über 4.200 Teilnehmer dem NABU Thüringen mehr als 110.000 Vögel. „Das ist ein Rekordergebnis seit Anbeginn der Aktion, was nicht zuletzt an der sehr guten Berichterstattung der Medien in Thüringen liegt“, freut sich der Vogelexperte und dankt allen, die sich an der Aktion beteiligt haben.

Mit über 20.400 Meldungen war der Haussperling der am häufigsten gezählte Vogel. Auf Rang zwei reiht sich die Kohlmeise, gefolgt von Blaumeise, Feldsperling und Amsel ein. Bundesweit sind die ersten fünf Plätze der häufigsten Wintervögel genauso verteilt wie in Thüringen. Der Haussperling wird unter anderem auch deshalb so oft gemeldet, weil er sich das ganz Jahr rund ums Haus in der Nähe des Menschen aufhält und ihn jeder kennt. Das gute Ergebnis darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es dem kleinen Vogel im Grunde genommen schlecht geht. Vielerorts fehlen geeignete Nistmöglichkeiten zum Beispiel an Gebäuden. Weiter wird dem Spatz das Leben durch den Rückgang von Kleintierhaltung und damit fehlendem Futterangebot erschwert sowie durch die immer intensiver werdende Landwirtschaft.

Der „Shooting Star“ in diesem Winter ist der Erlenzeisig, der sowohl landesweit als auch bundesweit unter den 10 häufigsten Arten liegt. „Bei uns belegt der kleine gelbgrüne Finkenvogel den neunten Platz, im Vorjahr war es nur Platz siebzehn. Wir schätzen, dass dies mit einer sogenannten Invasion aus dem Norden zusammen hängt. Dies komm vor, wenn Zeisige in Skandinavien im Sommer besonders viele Junge aufziehen, für die im Winter dann das Futterangebot dort nicht ausreicht“, erklärt Klaus Lieder. Bereits ab Juli 2015 hatten Ornithologen verstärkten Zuzug von Erlenzeisigen aus dem Norden beobachtet. Das bestätigen jetzt auch die Ergebnisse der Stunde der Wintervögel.

Die landkreisgenauen Ergebnisse zu den einzelnen Vogelarten finden Sie unter: https://thueringen.nabu.de/tiere-und-pflanzen/akti...
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