Was hat Streuobst mit Reformpädagogik zu tun?

Apfellese
Jena: Sophienhöhe |

Leckere Streuobstäpfel auf den Trüperschen Wiesen!

Auch in Jena gibt es tolle Streuobstwiesen. Auf eine mit stadthistorischem Namen wurde ich anläßlich des Freiwilligentages am 19.09.2015 durch die Bürgerstiftung Jena aufmerksam: Eines von 41 Projekten bestand darin, "freiwillig" kostenlose Äpfel aufzusammeln und diese gleich zu Saft zu verarbeiten. Dieser wurde in 3 l- Packs am Abend zum Dank- Buffet allen Freiwilligen präsentiert: er schmeckte so frisch und soo lecker!
Bürgerstiftung Jena
Für die Generation meiner Eltern war Trüper in Jena ein Begriff. Niemand, der ihn nicht kannte, ihn nicht mit Reformpädagogik in Zusammenhang brachte.
Oberhalb der Lindenhöhe war das Anwesen mit Schulhaus, das in den 90ern noch bewohnt war. Ich erinnere mich an die alten, unsanierten Gebäude und besonders an den verwahrlosten Fußballplatz, der Aussicht auf die Stadt bot. Die am Hang gegenüber befindlichen Wiesen mit den Apfelbäumen gehörten auch dazu. Der Trüpersche Wohnkomplex musste vor einigen Jahren für das Neubaugebiet "Sophienhöhe" abgerissen werden.
Johannes Trüper war Pädagoge und kam 1887 an die Universität Jena, um hier u.a. bei Binswanger Vorlesungen zu hören. 1890 gründete er seine sonderpädagogische Heil- und Erziehungsanstalt. Er ging davon aus, dass die vermeintliche charakterlich- moralische Minderwertigkeit von entwicklungsgeschädigten und -gestörten Kindern von deren sozialer und gesundheitlicher Situation abhing und dass sie gefördert werden können. In Jena wurde in der Gemeinschaft erzogen, gelernt und gearbeitet. Mit seinem pädagogischen Therapieansatz reformierte Trüper das Schulwesen der damaligen Zeit. Die Trüpersche Anstalt auf der Sophienhöhe bestand bis 1966.
Und heute? Förderung von beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen findet nicht mehr gesondert auf abgelegenen Höhen statt. Wir haben Gleichstellung behinderter Menschen, Teilhabe und Inklusion.
Nun zurück zu den Trüperschen Äpfeln: wirklich eine tolle Idee, die dort an den Bäumen hängenden oder schon abgefallenen Äpfel aufzulesen und zu verarbeiten! Verwertungsmöglichkeiten gibt es genug.
Wir haben auch ein paar Tüten in das Flüchtlingsheim auf den "Stern" gebracht.
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