400 Jenaer demonstrierten am Samstag in Dresden

Jenas OB Albrecht Schröter (2.v.li.) in Dresden mit in der ersten Reihe. (Foto: Stadtverwaltung Jena)
Es ist vollbracht: Zum zweiten Mal konnten friedliche Demonstranten verhindern, dass in Dresden die Neonazis marschieren können. Ihren Anteil daran haben die etwa 400 Jenaer, die am Morgen des 19. Februar mit acht Bussen nach Dresden gefahren waren, unter ihnen Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter. Entschlossen und friedlich wollten sie sich den Neonazis bei deren europaweit größtem Treffen entgegenstellen.

Am Parkplatz Teufelstalbrücke sammelten sich weitere Busse aus Thüringen und Hessen, so dass dann am Vormittag ein Konvoi von ingesamt 32 Bussen in Dresden von der Autobahn abfuhr. An der Ausfahrt versuchten Polizeibeamte zwar, die Busse über Hellerau umzulenken und damit womöglich von Dresden fernzuhalten. Kurzentschlossen verließen die Demonstranten die Busse und machten sich auf den fast acht Kilometer langen Weg von der Abfahrt Prohlis ins Dresdener Stadtzentrum. Bis zur Kreuzung Strehlener Straße/Franklinstraße führte der Weg. Dort stoppte die Polizei den Zug. Die Jenaer besetzten die Kreuzung, die als eine der Aufmarschwege für die Neonazis galt. Es gab nur kurze Auseinandersetzungen mit Polizeibeamten, dann waren auch die sicher, dass die Jenaer friedfertig sind, dass von ihnen keine Gewalt ausgeht. Gegen Mittag gab es ein Entgegenkommen der Polizei. Die politischen Mandatsträger, so auch Albrecht Schröter, erhielten die Möglichkeit, die Besetzung der Kreuzung als Spontandemonstration anzumelden – von nun war's eine Mahnwache gegen Rechtsextremismus.

Bis dahin war alles friedlich, bis dann schwarz vermummte Chaoten die Strehlener Straße entlangzogen und hinter sich Brand und Schaden ließen. Sie warfen Bauzäune auf die Straße, fackelten Müllcontainer und eine Baracke ab. Von anderen Straße kam gar die Botschaft, dass Steine gegen Polizisten fliegen – keine schönen Bilder.

Mehr als 20000 Menschen waren bis zum Abend in Dresden auf der Straße, um gegen die Neonazis zu protestieren. Sie haben es geschafft, den Aufmarsch zu verhindern. Ein Erfolg, wäre da nicht der Wermutstropfen mit den randalierenden Chaoten. „Indem sie Sachschaden anrichten, schaden sie dem friedlichen Protest gegen die Neonazis, sie diskreditieren die eigentlichen Demonstranten“, sagte OB Albrecht Schröter. (BG)
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige