Azubis beim Bürgerdialog mit Sigmar Gabriel

Jena: Stoyschule | Berufsschüler der Karl-Volkmar-Stoy-Schule Jena berichten:

Auf Einladung der VHS Jena beteiligten wir, die Azubis der Klasse BKK 13, uns am 24.08.2015 am Bürgerdialog mit dem Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel unter dem Motto: „Gut leben in Deutschland – was uns wichtig ist“.

Zunächst arbeiteten wir in nach dem Zufallsprinzip gebildeten Arbeitsgruppen zu selbstgewählten interessenübergreifenden Problemen, die anschließend dem Bundeswirtschaftsminister präsentiert werden sollten. Pünktlich 18:30 Uhr erschien Sigmar Gabriel mit großem Gefolge von Pressevertretern und Vertretern der Politik. Der Moderator des Dialogs sorgte für kurze (!) Eingangsstatements der Politiker, so dass wirklich Zeit für Diskussion blieb. Der Vizekanzler wurde u. a. konfrontiert mit Fragen zu TTIP, Arbeit/Rente, Migration, Klimaschutz, Bürgerbeteiligung und Bildung. Eine Gruppe warf die Frage auf, ob gut leben in Deutschland Wert hat, wenn es nicht auch Europa mit einschließt. Hier wurde auch Demonstranten von der Straße Rederecht zur Problematik der deutschen Griechenlandpolitik gewährt. Sigmar Gabriel ging erstaunlich offen und gelassen mit den emotional aufgeladenen Kritiken um und versuchte sachlich zu argumentieren. Mathias Piehler aus unserer Klasse brachte mit Nachdruck zum Ausdruck, dass die Intention der Gruppe „Europa“ eigentlich darin bestand, zu erfragen, „wie der in Europa wachsende Nationalismus überwunden werden kann, um Europa zu stärken“. Sigmar Gabriel stimmte zu, dass gegenwärtig „der Nationalismus in Europa so extrem wie seit 60 Jahren nicht ist“. Eine Ursache dafür sah er darin, dass „die EU ein Elitenprojekt ist, bei dem die Wirtschaftsinteressen im Vordergrund stehen und Arbeitnehmerrechte nicht unbedingt gestärkt werden“.

Auch wenn wir inhaltlich nicht mit allen Aussagen von Herrn Gabriel übereinstimmen, war dieser Bürgerdialog für uns eine tolle Erfahrung. Wir erlebten einen Bundespolitiker, der nicht nur allgemeine Statements (wie über die Medien) ablieferte, sondern sich auch kritischen Meinungsäußerungen offen, locker und leicht verständlich stellte und das eine halbe Stunde länger als offiziell geplant.
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