Berliner Kissen im Jenaer Stadtrat

Nein, Berliner Kissen sind keine vom Bundestag gesponserte Polster für die Sitzmöbel der Jenaer Kommunalpolitiker. Es handelt sich hier um die vor zwei Jahren auf Ratsbeschluss in Fahrbahnmitte der Johann-Friedrich-Straße eingenagelten Aufpflasterungen zur Verlangsamung des Verkehrs. Als Schikanen von den Rasern verflucht, lobten Anwohner diese Bremsschwellen ob der empfundenen Lärmminderung.
Zu Monatsbeginn wurden diese Inseln nun plötzlich entfernt. In der kommenden Stadtratssitzung am 24. August geht es per amtlicher Fragestunde um den Grund dafür. Die Rede ist von einem Hinweis der Polizei auf Verkehrsgefährdung. Auf die Kosten der seinerzeitigen Installation, des jetzigen Abrisses und der möglichen Neuinstallation - zumindest die durch die Vernagelung entstandenen Pflasterschäden gilt es zu beseitigen - zielt ein weiterer Teil der von Frei- und Christdemokraten vorgelegten Ratsanfragen.

Tatsächlich steht der Lärmminderung durch langsameres Fahren die Gefahr gegenüber, an den auf dem Pflaster lediglich aufgenagelten Kissen hängen zu bleiben und am Fahrzeugboden Schaden zu nehmen. Da bietet sich wohl an, solche Ruhekissen auf der als Verbindung zwischen West- und Südvorstadt unter Umgehung des Stadtzentrums beliebten Straße fest einzubauen.

Das durch die Jenaer Polizei bewirkte abrupte Aus für die Berliner Kissen bleibt ebenso unklar wie deren Namensherkunft. Anderswo werden solche Fahrbahnschwellen scherzhaft „Schlafende Polizisten“ genannt: Ein an den Stellen, wo zu schnell fahrende Autos anhalten wollende Schutzmänner überfahren wurden, errichteter Hügel in den Ausmaßen eines liegenden Menschen, sodass man abbremsen muss, um den Wagen nicht zu beschädigen.
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