Dresden braucht unsere Courage

Superintendent Diethard Kamm, Jugendpfarrer Lothar König und OB Dr. Albrecht Schröter (v.li.) rufen zur Teilnahme an den Protestaktionen gegen Rechtsextremismus am 13. und 18. Februar in Dresden auf.
JENA/DRESDEN. Am 13. Februar 1945 wurde Dresden bei Bombenangriffen der Alliierten schwer zerstört und Tausende Menschen starben. Rechtsextremisten missbrauchen seit Jahren dieses Datum, um in Dresden ihr Gedankengut öffentlich zu präsentieren. Für den 13. und 18. Februar planen sie Aktionen, die auch diesmal auf heftigen Widerstand eines breit aufgestellten Aktionsbündnisses gegen Rechtsextremismus stoßen werden. So ruft der Runde Tisch für Demokratie die Jenaer Bürger zur Teilnahme an den Protesten an diesen beiden Tagen in Dresden auf: „Geben wir gemeinsam ein klares Signal für die Demokratie und gegen Faschismus, Rassismus und Antisemitismus! Kommen Sie nach Dresden zu den großen Protestaktionen gegen die Rechtsextremen und unterstützen Sie die vielfältigen und friedlichen Aktionen gegen die Neonazis“, heißt es in dem Aufruf.

An beiden Tagen wird auch Jenas OB Dr. Albrecht Schröter, einer der Sprecher des Runden Tisches, dabei sein, wofür er am 13. Februar (Montag) einen Tag Urlaub nehmen wird. „Jena ist die Stadt der Zivilcourage – zeigen wir es“, so sein Appell. Dass eine Teilnahme an den Protesten mitunter nicht ungefährlich ist, musste Schröter im vergangenen Jahr am eigenen Leibe erfahren, als er, obwohl völlig friedlich demonstrierend, von der Polizei mit Pfefferspray attackiert wurde.

Diethard Kamm, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises und ebenfalls Sprecher des Runden Tisches, betonte, dass der Protest auch notwendig sei, um gegenüber den Angehörigen der Opfer der rechtsradikalen Mordserie ein klares Zeichen zu setzen. An welcher Form des Protestes man teilnehme, sei dabei die Entscheidung jedes Einzelnen.

Für Jugendpfarrer Lothar König, der sich seit den Protestaktionen im vergangenen Jahr Vorwürfen der sächsischen Justiz wegen angeblichen schweren Landsfriedensbruchs ausgesetzt sieht, geht es dabei um den Fortbestand der Demokratie. „Ich habe Angst um unsere demokratisch verfasste Gesellschaft“, so König.

Von Jena aus fahren wieder Busse nach Dresden, am Montag um 12 Uhr und am Samstag um 8 Uhr ab Inselplatz. Die zur Mitfahrt unbedingt erforderlichen Anmeldungen sollten möglichst schnell erfolgen. Informationen dazu gibt es auf www.aktionsnetzwerk.de oder www.jg-stadtmitte.de.
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