Eichplatzbebauung in jena: Fallen die Jenaer auf so viel Werbung herein?

Nun läuft sie also, die gemeinsame Werbe- Maschinerie von Stadtverwaltung, städtischem Eigenbetrieb und Investoren. Was sind das für Zustände, dass Mitarbeiter öffentlicher Verwaltung und städtischer Betriebe in ihrer Arbeitszeit den Reklamejob für Geschäftemacher ausüben?
Und für den Fall, dass die Werbung bei der Mehrheit der Jenaer Bürger nicht fruchten sollte, wird schon mal zukünftige Arbeitsverweigerung ankündigt: Nur so ist das ständig wiederholte Lamentieren zu verstehen, dass der Platz für die nächsten 20 bis 25 Jahre frei bleibt, wenn das aktuelle Projekt nicht gebaut wird…
Diese Chance, das unmittelbare Stadtzentrum für die kommenden Generationen interessant, individuell, zukunftstauglich und vielseitig nutzbar neu zu gestalten hat kaum eine Stadt in Deutschland. Da hat Jena ein einmaliges Privileg! Und wie will das unsere Verwaltung nutzen? Mit großflächiger kommerzieller Verwertung mittels gesichtsloser Allerweltsbauten, wie sie auch in Bochum oder Hoyerswerda stehen könnten oder stehen.
Damit es nicht so sehr auffällt, spricht man jetzt ständig von „besserer Kommunikation“ - meint aber intensivere Werbung.
So wurde das derzeitig ausgestellte Modell mit reichlich grüner Farbe betüncht und viel von „schräg oben“ fotografiert. Selbst die kritische Meinung, dass man die Grün-Dächer als Fußgänger nicht sieht, geht am Kern vorbei: Sie werden nämlich gar nicht grün wie Wiesen sein, diese Dächer. Das zu erwartende grau-braun-gelb-grün kann man jetzt schon auf zahlreichen Dächern von Jena sehen, z.B. auf der Goethegalerie. Und noch mehr falsches Grün ist im Modell: Auf den Innenhof- Dächern der Gebäude sind ca. 30 Bäume eingezeichnet – im Modell bis ca. 3cm hoch - also bis 6m hoch in der suggerierten „Realität“- die es alle so nicht geben wird...
Die Schichtaufbauten auf den Dächern gäben Baumpflanzung niemals her (es müsste etwa 1m Erde auf die Dächer, um Bäume pflanzen zu können - dann würde man aber durch die Fenster in die nebenliegenden Wohnungen gehen).
Also auf den Dächern wird es bestenfalls ein paar Kübel mit Begrünung geben... Das war schon seinerzeit bei den Jurysitzungen zu den Entwürfen klar, wo auch mit vielen hinein gemalten Bäumen geworben wurde. Es ist wie bei Herrn Kaiser, Clementine und Frau Sommer: Es ist halt Werbung!
In dem teuren "Informationsmodell" also vielfache grüne Aufhübschung der Wahrheit.
Der OFB- Vertreter sagte dazu auf meine Nachfrage, dass das Mietbereiche werden würden und man deshalb gar nicht wissen könne, wie diese von den Mietern gestaltet werden, vielleicht aber eben genau so wie im Modell dargestellt... Es wäre mir neu, dass ein Mieter auf dem Vordach seines Untermieters ein Loch hacken darf, um einen 6m großen Baum zu pflanzen...
Fazit: a) Jena kann das besser und wird das besser machen und b) viel und lange an etwas planen reicht nicht alleine aus, um „gut“ zu sein.
Ich möchte, dass wir in 50 Jahren von unseren Enkeln für die Neugestaltung der Innenstadt gelobt werden und nicht von den jetzigen Geldgebern und ihren Helfern.
Wolfram Opel
Jena
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