Ein Konzert schreibt Geschichte - Udo Lindenberg soll in das "Goldene Buch" Jenas

Für eine bunte Republik Deutschland: 50.000 Besucher erfreuten sich am Freitagabend an den Darbietungen der Künstler auf Bühne und setzten gleichzeitig ein Zeichen gegen rechte Gewalt. Foto: Hausdörfer
JENA. Es war ein Ereignis der Superlative: das Konzert „Rock’n’Roll-Arena in Jena- Für eine bunte Republik Deutschland“. Die umjubelten Auftritte von Udo Lindenberg, dem Initiator der Veranstaltung, Peter Maffay, Julia Neigel, Clueso, Toni Krahl und den Bands „Silly“ und „Kowsky“ zogen 50.000 in die Oberaue, mehr als je zuvor bei einem Konzert in Jena. Und auch, dass bei einer Vorbereitungszeit von nur acht Tagen alles reibungslos klappte, ist rekordverdächtig.

Den eigentlichen Anlass der Veranstaltung, angesichts der Mordserie an Migranten von drei ehemaligen Jenaern gerade hier an diesem Ort gemeinsam ein Zeichen gegen rechte Gewalt setzen, unterstrichen die Redebeiträge der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitiker Siegmar Gabriel, Jürgen Trittin, Christine Lieberknecht, Bodo Ramelow und Albrecht Schröter sowie von Jugendpfarrer Lothar König und Vertretern des Aktionsnetzwerkes gegen Rechts.

Bei einem ersten Resümee sagte Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter vorgestern im historischen Rathaus: „Es war ein Konzert für die Geschichtsbücher. Wenn ich nicht schon vorher stolz auf meine Stadt gewesen wäre, dann wäre ich es jetzt.“ Des Lobes voll war Schröter auch über die vielen Akteure, die die Organisation dieses Großereignis in so kurzer Zeit gestemmt hätten. JenaKultur-Chefin Dr. Margret Franz schwärmte: „Was hier zusammen gelaufen ist an Teamarbeit, habe ich noch nie in meinem Leben erlebt.“ Das Ergebnis muss auch Udo Lindenberg tief beeindruckt haben. Denn nach dem Konzert hat er sich, wie Dr. Franz und der OB erklärten, äußerst emotional bei der Stadt bedankt und dabei sogar seine schier unentbehrlich scheinende dunkle Brille abgenommen.

In einem Brief an Udo Lindenberg hat sich der OB bei dem Panikrocker für sein mutiges Engagement und das großartige Konzert gedankt, dass viele „als eine Belohnung für ihren mutigen Einsatz gegen Rechtsextremismus“ empfunden hätten. Zudem lud er den Künstler ein, baldmöglichst noch einmal nach Jena zu kommen und sich in das „Goldene Buch“ der Stadt einzutragen.

Danke sagte auch das Aktionsnetzwerk Jena den Menschen, die während des Konzertes 2250 Euro für die Aktionen von „Dresden-Nazifrei“ im Februar 2012 und die Unterstützung von wegen ihres Einsatzes gegen rechte Aufmärsche von der Justiz verfolgten Bürgern spendeten.
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Uwe Zerbst aus Gotha | 16.12.2011 | 20:54  
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