Es geht nur mit Stau

Es gibt viel zu tun: KSJ-Werkleiter Uwe Feige (re.), sein Chef-Tiefbauer Levente Sarközy und Verkehrsorganisator Wolfgang Apelt. Foto Hausdörfer
 
Nach Ostern ist der Magdelstieg an dieser Stelle für zwei Monate voll gesperrt. Auch für die Nahverkehrsbusse ist dann auf beiden Seiten Endstation. Foto: Hausdörfer
JENA. In den Augen der Autofahrer liest sie sich wie ein Katalog der Grausamkeiten – die Liste der geplanten Straßenbaumaßnahmen für das Jahr 2013: Zwei Monate Vollsperrung des Magdelstiegs im Bereich der Eisenbahnunterführung am Westbahnhof, die Vollsperrung des Burgweges sowie aufwändige Erhaltungsmaßnahmen an der Naumburger Straße in Zwätzen und Löbstedt, an der Camburger Straße, der Karl-Liebknecht Straße, an der Straße des 17. Juni, der Erlanger Allee sowie die Sanierung eines Brückenbauwerkes in der Rudolstädter Straße Höhe Ringwiese sind die wichtigsten Maßnahmen. Allesamt machen sie Sperrungen mit zum Teil komplizierten Umleitungen bzw. Ampelregelungen notwendig.
Den entstehenden Eindruck, dass es die Stadtverwaltung in ihrem Bauwahn wieder einmal übertreibe, kann KSJ-Chef Uwe Feige gute Argumente entgegensetzen. So würden in diesem Jahr durch die Investitionsmaßnahmen mit einem Volumen von 6,3 Millionen Euro nur gut ein Prozent des 377 Kilometer langen Jenaer Straßennetzes grundhaft erneuert. Bei einer zu erwartenden Haltbarkeitsdauer von 40 Jahren müssten allerdings zweieinhalb Prozent pro Jahr erneuert werden. „Wir bauen den Investitionsstau nicht ab, sondern er wächst noch weiter“, bedauert Feige, der die nur begrenzt zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel als Grund dafür nennt und bei den Verkehrsteilnehmern um Verständnis für die entstehenden Unannehmlichkeiten wirbt. Schließlich würden die meisten dieser Maßnahmen für die Autofahrer selbst gemacht. Zu den Investitionsvorhaben 2013 gehören neben Magdelstieg und Burgweg auch der Weiterbau der neuen Wiesenstraße sowie des Saaleradwanderweges inklusive der verkehrstechnischen Anbindung der wieder errichteten Hausbrücke in Kunitz.
Alle anderen Projekte dienen der Erhaltung der Straßen, die in der Mehrzahl (63%) schon älter als 40 Jahre und für heutige Belastungen eigentlich nicht konzipiert sind. Erschwerend hinzu kommen ungewöhnlich große Winterschäden wie schon seit fünfzehn Jahren nicht mehr.
Die einschneidensten Auswirkungen für die Verkehrsteilnehmer hat zweifellos, wie Wolfgang Apelt, zuständig bei der Stadt für die Verkehrsorganisation und damit auch für die Umleitungsstrecken, erläutert, die voraussichtlich 6- bis 8-wöchigeVollsperrung des Magdelstiegs nach Ostern. Die für den innerstädtischen Verkehr so wichtige Trasse wird an der Eisenbahnbrücke vollständig unterbrochen, auch viel genutzte Buslinien wie die 10 und 13 enden von beiden Seiten an der Baustelle. Die offizielle Umleitung führt dann über Otto-Schott-Straße, Tatzendpromenade und Herrmann-Löns-Straße bzw. Winzerlaer Straße auf die Rudolstädter Straße und über die Kahlaische Straßen zurück in die Innenstadt. Da die Busse ebenfalls die Otto-Schott-Straße nutzen werden, fallen dort viele Parkplätze weg, was durch einige Ersatzparkplätze im Bereich des Magdelstiegs nicht kompensiert werden kann. Wolfgang Apelt rät Anwohnern, sich für die Bauzeit möglichst einen anderen Stellplatz zu organisieren.
Das „Verplomben“ der Winterschlaglöcher hat übrigens bereits begonnen, zunächst mit Kaltmischgut. Wenn die Temperaturen dauerhaft steigen und die Mischanlagen wieder in Betrieb gehen, wird dann das haltbarere Heißmischgut verwendet.
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