FDP-Neujahrsempfang: Bei Würstchen und Salat für den Schulnotenerhalt

Circa 400 Gäste kamen zum Neujahrsempfang der Thüringer FDP.
Uwe Barth hatte extra ein Zeugnis mitgebracht: „So wie sie das kennen, wird es das vermutlich bald nicht mehr geben“, sagt der Landeschef und Fraktionsvorsitzender der Thüringer FDP. Es ist Sonntag, kurz vor Mittag – die Thüringer Liberalen haben zum Neujahrsempfang in die Jenaer Esplanade geladen. Der Konferenzsaal ist bis an die Türen gefüllt, manche bevorzugen die frischere Luft draußen im Foyer. Die Gäste sind mehrheitlich Männer in grauschwarzen Anzügen. Unter ihnen viele junge, manche im Wollpulli, andere oben seriös und unten mit Turnschuhen bekleidet.

Neben den FDP-Mitgliedern und Unterstützern sind viele Bürger angelockt worden durch die angekündigte Bundesprominenz: FDP-Generalsekretär Christian Lindner, der vom Jenaer FDP-Chef Thomas Nitzsche als Patrick Lindner (Schlagerstar) begrüßt wurde. Heiterkeit im Saal.

Nicht gerade überraschend ist, dass Christian Lindner die Enquete-Kommission des deutschen Bundestages kritisiert, die sich mit den Grenzen des Wachstums beschäftigt. Eine solche Sicht auf die Welt bedeute, Stillstand und Stagnation zu riskieren. Menschen, die noch nicht satt geworden sind und die sich verbessern wollen, werde die Chance genommen, aufzusteigen. Linder plädiert für die soziale Marktwirtschaft, lobt den Wettbewerb. Wer die Augen schließt, hört den Tonfall von Westerwelle heraus. Es gibt viel Applaus.

Barth kritisiert die Bildungspolitik von Christoph Matschie - ein Dauerthema. Man dürfe an allem in Thüringen sparen nur eben nicht an der Bildung. Schon jetzt habe das Land die Zuweisungen für die privaten Bildungsträger gekürzt. Die Vielfalt der Schulformen, gerade in Jena, sei in Gefahr. Noch unverständlicher findet Barth die geplante Abschaffung der Schulnoten bis einschließlich Klasse 7. Das neue Schulgesetz sieht eine Wahlfreiheit für Schulen vor. Die Noten könnten dann durch Verbalbeurteilungen ersetzt werden. „Das soll die Schüler dann auf die kuschelige rosarote Welt da draußen vorbereiten“, sagt Barth.

Während die laut FDP subventionsintensive Wirtschaftspolitik von SPD-Minister Machnig sehr schlechte Noten erhält, gehen im Saal und im Foyer die Jungen Liberalen (JuLis) herum und verkaufen Tombola-Lose – das Stück für 5 Euro, was manche Käufer sichtbar schlucken lässt.
Das Geld ist für einen Guten Zweck: Die JuLis vergeben jährlich den Grete-Unrein-Preis für besonderes ehrenamtliches Engagement im Jugendbereich.
Nach den Reden gab es Würstchen, Kartoffelsalat und Jazzpianomusik von Jürgen Hercher. Und die Tombola-Preise wurden vergeben: Wein, Sekt, Solarmodule, eine Berlinreise mit den FDP-Bundestagsabgeordneten. Der Hauptgewinn war ein Holzkohle-Rost.
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1 Kommentar
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Felix Ihler aus Jena | 07.02.2011 | 19:19  
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