FSU Jena: Studierendenrat regt Aberkennung von universitären Ehrentiteln an

Jena: Universität | Senat soll über Titel für Ibrahim und von Hindenburg beraten

Nachdem der Jenaer Stadtrat bereits vor zehn Jahren entschied, die Ehrenbürgerschaft des umstrittenem Kinderarzt und Professors Jussuf Ibrahim als erloschen zu betrachten, fordert der Studierendenrat nun auch die Aberkennung seines Titels als Ehrensenator der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Wie bereits im April 2000 durch
eine Kommission festgestellt worden war, sind Ibrahim mindestens 22 Todesfälle zu NS-Zeiten anzulasten.

Außerdem sollte auch über Paul von Hindenburgs Titel "Ehrenbürger der Universität" grundlegend nachgedacht werden. In einem Brief an den Senat der Hochschule äußerte am Dienstag Mike Niederstraßer, sozialpolitischer Referent des Studierendenrat der FSU Jena, dass weder Ibrahim noch Hindenburg Vorbilder seien und deren "Verdienste" wohl kaum den Aufgaben und Zielen der Thüringer Hochschulen nach dem Hochschulgesetz entsprächen.

"Als Reichspräsident, Generalfeldmarschall und OHL-Chef hat Hindenburg nicht Verantwortung für Frieden gefördert oder die Weiterbildung in einem freiheitlichen, demokratischen und sozialen Rechtsstaat gefördert", so Niederstraßer. Das aber sind die Aufgaben der Hochschulen und hier wird auch die tiefe Diskrepanz zu Hindenburgs Wirken u.a. als Hitlers Wegbereiter sichtbar.
Weiter stellt er dar, dass es nach der Umbenennung der Uni-Kinderklinik an der Westbahnhofstraße längst notwendig gewesen wäre, Euthanasie-Ibrahims öffentlich nicht mehr als Honoratior und damit ehrenhaftes Vorbild der Universität zu führen, denn dies könnte als Relativierung seiner Verbrechen aufgefasst werden.

Die städtische Ehrenbürgerschaft von Hindenburg und Bismarck hatte vor kurzem auch zu Nachfragen und Irritationen im Stadtrat geführt.
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