Gedenkakt als Ausgang für kontinuierliche Gleichstellungspolitik nutzen

Aus Anlass des 100. Geburtstages von Rudolf Brazda lädt die Thüringer Landesregierung zu einem Gedenkakt für die Opfer des Nationalsozialismus in das Deutsche Nationaltheater Weimar am 23.Juni 2013 ein. Hierzu erklärt Matthias Gothe vom Verein 'Vielfalt Leben- QueerWeg e.V.' aus Jena: „Wir freuen uns, dass die Landesregierung im Rahmen einer solchen Veranstaltung den während des Nationalsozialismus verfolgten homosexuellen Menschen gedenkt.“ Der Geburtstag des letzten bekannten Rosa-Winkel-Häftlings, dem in Thüringen geborenen Rudolf Brazda, bietet eine würdige Gelegenheit, um auf das besonders schwere Schicksal dieser Opfergruppe hinzuweisen. So wurden Homosexuelle als unterste Hierarchieebene in Konzentrationslagern besonders menschenunwürdig behandelt und ihnen wurden vor allem lebensgefährlichen Aufgaben zugeteilt.
„Für eine glaubhafte Gleichstellungspolitik ist dies ein Anfang, der in kontinuierlichem Engagement auch für die Rechte homosexueller Menschen fortgeführt werden muss.“, so Gothe weiter. Insbesondere bei der Rehabilitierung der aufgrund des Paragraphen 175 StGB Verurteilten, bei Gleichstellungsformulierungen im Thüringer Landesrecht, sowie der rückwirkenden Gewährung von Familienzuschlägen von verpartnerten Beamt_innen sieht er großen Handlungsbedarf.
Damit kann die Landesregierung beweisen, dass sie das durch die Landesverfassung vorgeschriebene Diskriminierungsverbot aufgrund sexueller Orientierung achtet.
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jürgen wenke aus Weimar | 23.05.2013 | 09:22  
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