Gewohntes hinterfragen - AlternativUni in Jena

Johanna Saenz (li.) und Claudia Herold vom Organsationsteam der AlternativUni auf dem Ernst-Abbe-Platz. Foto: Hausdörfer
Jena: Ernst-Abbe-Campus | JENA. Vom 16. bis 20. Juli findet auf dem Uni-Campus am Ernst-Abbe-Platz und an weiteren Orten in der Stadt die 5. "AlternativUni" statt. Über Anliegen und Inhalt dieser Veranstaltung sprach der Allgemeine Anzeiger mit drei Vertretern des LZaS-Organisationsteams, Johanna Saenz, Claudia Herold und "Alex".


AA: Was ist die AlternativUni?

Alex: Das erste Mal fand sie 2005 in Jena statt, wurde auch offene Bildungswoche genannt. Sie war Teil der bundesweiten Proteste gegen die Zulassung von Studiengebühren durch das Bundesverfassungsgericht. Damals hatten sich auch hier in Jena einige Studis zusammengefunden und den LZaS, den "Losen Zusammenschluss aktiver Studenten", ins Leben gerufen. Der Ansatz war zum einen, Veranstaltungen, die sonst an der Uni stattfinden, herauszuholen in den öffentlichen Raum und zum anderen Themen, die sonst nicht an der Uni stattfinden oder unter einem anderen Blickwinkel behandelt werden, einen Raum zu geben. Bildung sollte nicht nur an der Schule oder Uni stattfinden, sondern allen jederzeit zugänglich sein.

Johanna: In dieser Tradition soll es auch diesmal so sein, dass Menschen wieder Bildung erfahren können ohne Zwänge, dass sie sich einfach ohne Anmeldung dazusetzen können, wenn sie Lust haben und ohne Geld zu bezahlen. Wichtig ist für mich das Infragestellen des Gewohnten, dass Aufzeigen von Alternativen, wie es der Name ja schon sagt.


AA: Wie finanziert sich die Veranstaltung, wenn alles kostenfrei ist?

Johanna: Die Kosten werden hauptsächlich vom Studierendenrat getragen, die AlternativUni wird ja auch vor allem durch Studierende organisiert, obwohl sie natürlich allen offen steht.


AA: Welche Veranstaltungen sind für Euch persönlich besonders interessant?

Alex: Für mich sind Themen wichtig, die bestimmte Tendenzen in der Gesellschaft und auch an den Universitäten kritisch hinterfragen. Nennen möchte ich die Veranstaltung über die europäische Grenzschutzagentur Frontex und den Umgang mit Flüchtlingen und Migranten am Montag um 14 Uhr, die Diskussionen "Freiräume erhalten" am Dienstag um 19 Uhr und "Menschwürdig und selbstbestimmt leben im Alter" am Dienstag um 16 Uhr im Kunsthof.

Johanna: Sehr spannend finde ich das Lesetheater am Dienstag um 18.30 Uhr im Kunsthof, bei dem es um die Finanzkrise geht und uns dieses Thema auf eine ganz ungewohnte Art und Weise zur Gemüte geführt wird. Außerdem den Anti-Bias-Workshop am Freitag um 9 Uhr.

Claudia: Interessant für mich sind die Veranstaltungen, die am Dienstag ab 12 Uhr im Gemeinschaftsgarten stattfinden und Praxisworkshops, wie zum Beispiel "Solarofenbau" am Freitag um 12 Uhr, aber auch ernsthaftere Themen wie "Was tun, wenn ein Strafbefehl ins Haus flattert" am Dienstag um 18 Uhr.


Infos:

AlternativUni 2012
16. bis 20. Juli
Veranstaltungsorte: Uni-Campus Abbe-Platz, "Salon der Künste" Lutherstraße 7, "Kunsthof" Ballhausgasse3/Zwätzengasse, Gemeinschaftsgarten Lobeda
Programm und weitere Infos unter www.LZaS.de.
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