Hybridwindel siegt vor leuchtender Mikropipette

Auf dem Sprung zur erfolgreichen Unternehmensgründung? Den Grundstein dazu haben die Sieger des Ideenwettbewerbs Jena-Weimar 2011, die sich auf dem Foto gemeinsam mit Sponsoren und Wettbewerbsorganisatoren präsentieren, mit einer innovativen Geschäftsidee gelegt.
Von Andreas Klossek

Ein Sieger wie gemacht für die Baby-Boom-Town Jena: Beim diesjährigen Ideenwettbewerb Jena-Weimar, bei dem bereits zum neunten Mal Wissenschaftler aus beiden Hochschulstädten mit ihren innovativen Geschäftsideen gegeneinander antraten, trug in diesem Jahr ein neuartiges und nachhaltiges Hybridwindelsystem den mit 1000 Euro datierten 1. Preis davon. Sich genauer in die Karten schauen lassen wollte sich das Weimarer Erfindertrio Marta Depta, Angela Clinkscales und Karsten Böhm, das von der Gründerwerkstatt neudeli der Bauhaus-Universität Weimar unterstützt wird, vor der in nächster Zukunft anvisierten Patentanmeldung allerdings noch nicht. Verraten wurde nur soviel: Die innovative Lösung soll die Vorteile der umweltverträglichen Stoffwindel mit der einfachen und zeitsparenden Handhabung der Wegwerfwindel verbinden und für einen sanften Babypopo garantieren. Bis das Projekt in trockenen Windeln ist, sind also vermutlich die jetzigen Jenaer Kleinen, schon aus dem gröbsten raus. Während das neuartige Windel-Konzept seine Tragfähigkeit auf einem heiß umkämpften Massenmarkt wird beweisen müssen, könnte die von Dr. Andreas Herrmann und Dr. Roland Kilper von der Universität Jena entwickelte Mikropipette aus fluoreszierendem Glas zukünftig vor allem die Arbeit von Wissenschaftlern in der biotechnologischen und medizinische Forschung erleichtern. Beim Ideenwettbewerb wurden sie für ihre Idee mit den 2. Preis belohnt.
Die große Bandbreite an Forschungsideen, die das Zeug dazu haben, sich in ein kommerziell verwertbares Produkt zu verwandeln, verdeutlichten auch die anderen Preisträger. So wurde der 3. Preis zwei angehenden Produktdesignern der Weimarer Bauhaus-Uni für ihr Konzept einer mobilen computergesteuerte Werkzeugmaschine zuerkannt, womit hochpräzise Fräsarbeiten direkt am Objekt vorgenommen werden können. Ebenfalls aus Weimar kommen die Medieninformatik-Studenten Jonas Pencke und David Wiesner, welche die Jury mit einem Anwendungsprogramm für Smartphones unter dem Titel „MyBandApp" überzeugten, das für einen schnellen Draht zwischen Musikern und Fans sorgen soll. Auch technisch weniger versierte Musiker können damit über eine intuitiv zu bedienende Oberfläche ein eigenes App ihrer Band erstellen und kinderleicht aktuelle Informationen einpflegen. Durch den Gewinn einer Patentanmeldung haben auch Bernd und Manuel Fischer einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Umsetzung ihrer Geschäftsidee getan: Die Absolventen der Fachhochschule Jena tüfteln an einem „Nachführsystem für Solargeneratoren an Windkraftanlagen“, das die Erzeugung von elektrischer Energie aus Wind und Sonne effizient zu verknüpfen weiß.
Über den Sonderpreis der Stadt Jena konnten sich Dr. Carsten Pathe, Florian Paul Rink und Sebastian Wilhelm freuen. Die Fernerkundungs-Experten von der Universität Jena haben ein Verfahren entwickelt, das aus Radarbildern von Erdbeobachtungssatelliten spezielle Daten zum Waldzustand und Holzvorrat extrahiert. Die daraus gewonnenen forstwirtschaftlichen Geoinformationsprodukte versprechen gegenüber traditionellen Methoden der Waldkartierung eine erhebliche Zeit- und Kostenersparnis und lassen sich problemlos aktualisieren.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige