Mehr Wohnraum für Studenten in Jena

Volker Blumentritt, Investor Andreas Patscheider und Architekt Matthias Waldhelm (v.li.) vor dem Objekt in der Fritz-Ritter-Straße. Baubeginn könnte im Spätsommer sein, Fertigstellung zu Beginn des Herbstsemesters 2012. Foto: Hausdörfer
Es war die gute Nachricht der letzten Woche: In Lobeda-West soll ein langjähriger Schandfleck verschwinden und dadurch gleichzeitig die angespannte Wohnungssituation in Jena etwas entschärft werden. Es geht um das ehemalige Arbeiterwohnheim und spätere Arbeits- und Finanzamt in der Fritz-Ritter-Straße. Der vierteilige, 220 Meter lange Gebäudekomplex hatte nach der Wende mehrere Besitzer, doch keiner wollte oder konnte bisher einen Abriss mit anschließender Neubebauung oder eine Sanierung in Angriff nehmen. Nach rund 10 Jahren Leerstand zeichnet sich jetzt eine neue Nutzung ab. Entstehen soll, was in Jena am dringendsten gebraucht wird: Wohnraum, vor allem für Studenten. Rund 500 Appartements sollen dort in drei Gebäudeteilen Platz finden, für den vierten sind Zwei- und Dreiraumwohnungen vorgesehen.

Die Investoren sind Andreas Patscheider und Jens Waltemathe, Gesellschafter der Immobilienprojektierungsfirma W+P aus Meerbusch. Gemeinsam mit der SSN AG aus der Schweiz wollen sie das 15 bis 16 Millionen Euro schwere Projekt stemmen. Zugute kommt den Investoren dabei nach eigener Aussage, dass die Bausubstanz noch sehr solide und der Komplex einst nicht als Amt, sondern als Wohnheim konzipiert worden sei. Größere, von außen sichtbare Eingriffe in die Bausubstanz sind nicht geplant. Natürlich werde die Außenfassade ansprechend gestaltet, so die Investoren. Auf dem Dach sollen Terrassen als Treffpunkte für die Studenten entstehen.

Knackpunkt in den Verhandlungen mit der Stadt waren geforderte 200 Pkw-Stellplätze. Ein gefundener Kompromiss sieht vor, dass 175 Parkplätze an den beiden Längsseiten in der Fritz-Ritter-Straße und auf der Grünfläche an der Stadtrodaer Straße geschaffen werden.

Die Investoren stellen das Projekt heute im um 19 Uhr im LISA dem Ortsteilrat und interessierten Bürgern vor.

Fest zu stehen scheint nach Aussage von Ortsteilbürgermeister Volker Blumentritt auch, dass der dem Gebäudekomplex benachbarte Flachbau trotz Widerständen von Mietern bald einem Netto-Markt weichen wird. Obwohl ein Discounter in der Mitte zwischen den beiden Stadtteilzentren in West und Ost nicht gerade ganz oben auf der Wunschliste der Stadtplaner und des Ortsteilrates steht. Viele der neuen Bewohner der Fritz-Ritter-Straße dürfte es aber freuen.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige