Neues Leben in die Geisterstadt

Zwätzens Ortsteilbürgermeister Stephan Kühn, die StuRa-Mitglieder Johannes Struzek, Peter Held und Christopher Johne sowie Nord-Ortsteilbürgermeister Siegfried Ferge (v.li. n. re.) stehen vor einer der immer mehr verfallenden Baracken in Zwätzen. Sie finden, dass angesichts des knappen Wohnraums in Jena schnellstens mit einer Neubebauung begonnen werden sollte. Foto: Hausdörfer
Jena: Studentenwohnhaus | „Studentenwohnhaus Naumburger Straße 105 – Studentenwerk Thüringen“ steht auf dem Eingansschild zum einem Areal, das schon seit vielen Jahren ein Schandfleck und ein Ärgernis für die Zwätzener Bürger ist. „Gewohnt“ wird hier nur noch im so genannten „Steinhaus“, einem sechsgeschossigen Wohnblock, der ein wenig den Eindruck vermittelt, als hätte sein Abriss schon begonnen. In der Tat will das Studentenwerk auch dieses letzte Haus bald schließen.
Alle anderen Häuser sind aus Holz, beherbergten einst ebenfalls Studenten. Die letzten sind hier aber schon seit Jahrzehnten ausgezogen, der Zustand der Gebäude ist entsprechend, einige wurden wegen akuter Einsturzgefahr bereits abgerissen.

„Wir werden von Bürgern immer wieder gefragt, warum sich das gut erschlossene Gelände immer noch in diesem Zustand befindet, wo doch in Jena so dringend Wohnungen und Bauland gebraucht würden – und kommen dann in Erklärungsnot“, sagte Zwätzens Ortsteilbürgermeister Stephan Kühn in der vergangenen Woche beim AA-Vor-Ort-Termin in der Naumburger Straße, zu dem auch Nord-Orteilbürgermeister Siegfried Ferge und Vertreter des Studierendenrates (StuRa) der Uni anwesend waren.

„Das Gelände ist ein potenzieller Wohnstandort und sollte möglichst schnell wieder als solcher genutzt werden“, fordert Stephan Kühn. Dabei müsse es sich nicht unbedingt um studentisches Wohnen handeln, schon gar nicht um eine eingezäunte Enklave. Er favorisiert eine Mischung aus verschiedenen Wohnformen, wobei in einem geregelten stadtplanerischen Verfahren das Gebiet mit den entsprechenden Wegeführungen in den Ortsteil eingebunden werden müsse.

Für Johannes Struzek vom StuRa ist es wichtig, dass hier vor allem preisgünstige Wohnungen für Studenten und andere Bürger der Stadt entstehen. Dabei sieht er das Land in der Pflicht, selbst als Bauherr aufzutreten und das Vorhaben nicht an private Investoren zu delegieren, damit die Mietpreise bezahlbar blieben.

Eigentümer des Geländes und für den gegenwärtigen Zustand verantwortlich ist das Land Thüringen, das Studentenwerk lediglich der Wohnheimbetreiber. Einig sind sich Stephan Kühn, sein Amtskollege Siegfried Ferge sowie die StuRa-Vertreter in der Einschätzung, dass die Stadt bisher viel zu wenig Druck auf das Land ausgeübt hat, um den unhaltbaren Zustand zu verändern. Deshalb wollen die beiden Ortsteilbürgermeister demnächst durch Anfragen das Problem auf die Tagesordnung des Stadtrates bringen.
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4 Kommentare
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 03.08.2011 | 14:13  
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Bernd Hausdörfer aus Jena | 03.08.2011 | 14:32  
13.091
Eberhard :Dürselen aus Weimar | 03.08.2011 | 17:13  
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Antje Hellmann aus Jena | 08.08.2011 | 18:27  
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