Perspektive wechseln - „Copa Courage“ im KuBuS

Nico Przeliorz (KoKont), Sandy Hildebrandt (Streetwork Winzerla) und Robert Barczyk (KuBuS) gehören zu den Organisatoren des „Copa Courage“. Foto: Hausdörfer
JENA. „Der Sport ist der Aufhänger, unser Hauptanliegen sind jedoch die Workshops und Diskussionen“, erklärt Nico Przeliorz. Die Rede ist hier vom „Copa Courage“, der zum vierten Mal von der Koordinierungs- und Kontaktstelle des Stadtprogramms gegen Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus, Antisemitismus und Toleranz (KoKont) und zahlreichen Unterstützern in Jena im Jugendzentrum KuBuS in Lobeda-West veranstaltet wird.
Den sportlichen Auftakt bildet am Sonntag, 7. Juli, um 11 Uhr der „Courage Cup“. Bei einem Streetsoccerturnier und – zum ersten Mal - einem Mixed-Volleyballturnier geht es um die begehrten Siegerpokale. Fußball wird drei gegen drei gespielt, in den sechsköpfigen Volleyballteams müssen jeweils zwei Frauen dabei sein.
Parallel dazu laufen sieben Workshops zu den Themen Diskriminierung, Rassismus und Homophobie. Maik Dreßler vom AWO-Jugendmigrationsdienst, der den Workshop „In der Mitte der Gesellschaft“ leiten wird, erklärt: „Es geht darum, die eigene Brille einmal abzunehmen, die Perspektive zu wechseln und sich in die Situation der anderen hinein zu versetzen.“ Stigmatisierung und Abwertung sollen einmal aus Sicht von Flüchtlingen und Menschen mit Migrationshintergrund oder Homo- und Transsexuellen spürbar gemacht werden. Auf Augenhöhe möchte man über die Erfahrungen aus Sport und Alltag, aber auch über das eigene Handeln mit den Teilnehmern ins Gespräch kommen.
Eine Filmvorführung mit anschließender Gesprächsrunde steht am 10. Juli um 18 Uhr auf dem Programm. Thema des Dokumentarstreifens „Revision“ von Philip Scheffner, der 2012 bei der Berlinale für Aufsehen sorgte, ist das Schicksal zweier rumänischer Staatsbürger, die Anfang der 90er Jahre in Mecklenburg-Vorpommern an der deutsch-polnischen Grenze erschossen wurden. Scheffner sieht in seiner Dokumentation eine „filmische Revision“ des doppelten Todesfalls, der vom Gericht als Jagdunfall gewertet mit Freisprüchen endete.
„Wir gehen mit dieser Veranstaltungsreihe bewusst raus aus dem Zentrum, um den Bürgern in den anderen großen Stadtteilen etwas zu bieten und hoffen dadurch Leute zu erreichen, die nicht die typischen Teilnehmer an solchen Veranstaltungen sind“, sagt Janine Patz von KoKont. Nicht zuletzt deshalb agiert „jenawohnen“ als Lobedas größter Vermieter auch als Hauptsponsor des „Copa Courage“.
In den letzten Jahren sind die Teilnehmerzahlen stetig gestiegen. Mit 16 Soccerteams war die Platzkapazität 2012 schon fast ausgereizt. Es ist also ratsam, sich rechtzeitig anzumelden, wenn man einen der beiden Pokale mit nach Hause nehmen möchte. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.


Copa Courage 2013:
- 7. Juli, 11 Uhr, KuBuS, Theobald-Renner-Straße:
Streetsoccer & Volleyball sowie thematische Workshops gegen Rassismus, Homophobie und Diskriminierung

- 10. Juli, 18 Uhr, KuBuS, Theobald-Renner-Straße:
Dokumentarfilm „Revision“ von Philip Scheffner mit anschl. Gesprächsrunde zum Film

- Infos und Anmeldung: www.kokont-jena.de
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