Podiumsgespräch "Kaiserschnittraten in Thüringen"

Wann? 26.09.2015 09:30 Uhr

Wo? Karl-Marx-Allee 7, Jena DE
In Thüringen liegen die kaiserschnittraten der einzelnen Geburtskliniken zwischen 17 und 39 Prozent (2013). Woher kommt diese Streuung und welche Möglichkeiten gibt es, die kaiserschnittraten zu senken?
Jena: Karl-Marx-Allee 7 | Jena, 18. September 2015 – Die Landesgruppe Thüringen des Vereins Mother Hood e.V. lädt am 26. September 2015 zum Podiumsgespräch zum Thema „Kaiserschnittraten in Thüringen und die Folgen für Mutter und Kind“ ein. Im Dialog zwischen Eltern, Ärzten, Hebammen, Landesregierung und Krankenkassen sollen die Hintergründe der hohen Kaiserschnittrate diskutiert werden. Außerdem soll es darum gehen Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, mit denen sich die Anzahl in den Kliniken auf ein zukunftsfähiges Niveau senken lässt. Das Publikum ist eingeladen mit zu diskutieren.

Die Veranstaltung beginnt um 9:30 Uhr in der Aula der Gemeinschaftsschule Kulturanum in der Karl-Marx-Allee 7. Thomas Schmid wird moderieren.

Gesundheitliche Folgen des Kaiserschnitts

Der Kaiserschnitt ist eine Operation, mit deren Hilfe ein positiver Ausgang der Geburt für Mutter und Kind ermöglicht werden kann. Die Weltgesundheits organisation WHO schätzt, dass dies bei zehn bis 15 Prozent aller Geburten notwendig ist [1]. Ein Kaiserschnitt ist ein invasiver Eingriff mit entsprechenden
gesundheitlichen Folgen für Mutter und Kind:

Nach einem Kaiserschnitt müssen Babys beispielsweise häufiger beatmet werden [2]. Für die Mütter sind chronische Schmerzen und damit verbundene langwierige Behandlungen eine der möglichen Folgen [3]. Zunehmende Antibiotikaresistenzen werden bei gleichbleibenden Kaiserschnittraten die Müttersterblichkeit in den nächsten Jahrzehnten steigen lassen [4].

Neuere medizinische Erkenntnisse bringen den Kaiserschnitt mit einem erhöhten Risiko für die Entstehung nicht-übertragbarer Krankheiten wie Asthma [5], Diabetes [6], Darmerkrankungen [7] , Übergewicht [8] und Depression [9] in Verbindung.

Senkung der Kaiserschnittrate notwendig

Mit einer durchschnittlichen Kaiserschnittrate von 28 Prozent [10] ist Thüringen weit über der von der WHO als notwendig erachteten Rate.

Um ein genaueres Bild von der Situation der Geburtshilfe in Thüringen zu bekommen, hat Mother Hood e.V. die Kaiserschnittraten der einzelnen Geburtskliniken in Thüringen von 2006 bis 2013 zusammengetragen und um Informationen zu den perinatalen Versorgungslevels und demographische Gegebenheiten ergänzt. Das Ergebnis ist ein vergleichendes Bild der Regionen in
Thüringen, das bei der Podiumsdiskussion vorgestellt wird. Dabei ist besonders die große Streuung der Kaiserschnittraten von 17 bis 39 Prozent (2013) aufgefallen.

Die Veranstaltung ist Teil der Kampagne „Tage der Geburt“.
(http://www.normale-geburt.de/index?ph=4)

Das sind unsere Podiumsgäste:

- Elke Pirrhs (Vorsitzende des Hebammenlandesverband Thüringen)
- Dr. med. Dietrich Hager (Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe der Thüringen-Kliniken Georgius Agricola in Saalfeld)
- Dr. med. Anja Fiedler (Schwerpunktpraxis für pränatale Diagnostik und Gesundheitsvorsorge in Jena)
- Babett Pfefferlein (Sprecherin für Familie und Gesundheit BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN)
- Dr. Arnim Findeklee (Leitung der vdek Thüringen)
- Anja Lück (Mother Hood e.V.)

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Über Mother Hood e.V.

Die Bundeselterninitiative „Mother Hood e.V.“ setzt sich u. a. für eine echte Wahlfreiheit in Bezug auf den Geburtsort und den Geburtsmodus im Sinne einer sicheren, evidenzbasierten Geburtshilfe in Deutschland ein. Der Verein geht es der Facebookgruppe „Hebammenunterstützung“ mit 16.000 Mitgliedern hervor und wurde am 22. März 2015 gegründet. Mit zahlreichen Aktionen machen Eltern seit Februar 2014 auf die größer werdenden Missstände in der geburtshilflichen Versorgung in Deutschland aufmerksam. Mother Hood ist bundesweit mit zahlreichen weiteren Initiativen rund um das Thema Geburt vernetzt.

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Kontakt
Anja Lück
Mother Hood e.V.
Bundeselterninitiative zum Schutz von Mutter und Kind
während Schwangerschaft, Geburt & im 1. Lebensjahr
Landesgruppe Thüringen
Tel: 0152-26707919
E-Mail: jena@mother-hood.de

Quellen
[1] http://www.greenbirth.de/WHO-Empfehlung.pdf
[2] Gerten et al, Am J Obstet Gynecol (2005)
[3] Latthe et al, BMJ (2006)
[4] http://www.ted.com/talks/maryn_mckenna_what_do_we_...
[5] Weng und Walker, J Dev Orig Health Dis (2013)
[6] Mejía-León et al, Sci Rep (2014)
[7] Mårild et el, Gastroenterology (2012)
[8] Vajro et al, J Pediatr Gastroenterol Nutr (2013)
[9] Borre et al, Adv Exp Med Biol (2014)
[10] eigene Recherche

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