Richtfest für „Clara“ - Neubau des Studentenwohnheims in der Clara-Zetkin-Straße kann Wohnungsnot aber nur wenig lindern

Die Form des Gebäudekomplexes ist jetzt klar sichtbar. Im Herbst 2012 sollen hier die Studenten einziehen. Foto: Hausdörfer
JENA. „Gebaut in einer Stadt - die viel zu wenig Wohnraum hat“, so reimte Polier Wilfried Hey in seinem Richtspruch in Anspielung auf die derzeitige Wohnungsnot in Jena. Anlass war am vergangenen Freitag das Richtfest für die neue studentische Wohnanlage „Clara“ in der Clara-Zetkin-Straße unweit des Saalbahnhofs.

Bis zum Anfang des Wintersemesters 2012 entstehen hier 51 Wohnungen für insgesamt 150 Studenten. Die Erschließung der Wohneinheiten erfolgt über Laubengänge im Innenhof. Die gemeinschaftlich zu nutzenden Küchen und Bäder sind zum Innenhof ausgerichtet, die Individualräume jeweils außenseitig in den 4 drei- bis fünfgeschossigen Gebäuden angeordnet. Weiter entstehen Fahrradabstellplätze und 50 Pkw-Stellplätze.

„Nicht Not, sondern Wucher, Not sieht anders aus“, so schätzte Studentenwerkschef Dr. Ralf Schmidt-Röh beim Richtfest im Gespräch mit Vertretern des Studierendenrates der FSU das aktuelle Szenario auf dem Jenaer Wohnungsmarkt ein. Die Wucher-Jacke mag er sich selber natürlich nicht anziehen, denn die Wohnheimplätze des Studentenwerkes seien mit durchschnittlich 200 Euro im vertretbaren Rahmen. Johannes Struzek vom FSU- Studierendenrat mag diese Aussage durchaus bestätigen, schließlich zahle er selbst rund 300 Euro für sein privates Zimmer, beim Studentenwerk würde auch der Komfort meistens stimmen. „Ein erfreulicher Anlass, aber noch lange kein Grund zur Zufriedenheit“, so nennt Struzek das Richtfest für den Neubau in der Clara-Zetkin-Straße. Zumal der letzte noch bewohnte Block der Wohnheimanlage an der Naumburger Straße in Zwätzen auch bald im Angebot fehlen dürfte. Anfang 2012 wird das Terrain vom Land zum Verkauf ausgeschrieben, die jetzt bestehenden Mietverträge enden im Frühherbst 2012.

Im Januar 2012 wird an der Siegfried-Czapski-Straße/Moritz-Seebeck-Straße ein weiteres Wohnheim mit 70 Plätzen eröffnet, das hauptsächlich Studenten der Fachhochschule aufnehmen wird.

Für die Zukunft hofft Schmidt-Röh, dass es dem Studentenwerk in den nächsten Jahren gelingt, in Jena noch 250 bis 300 weitere Wohnheimplätze zu schaffen. Dann sei man gut aufgestellt, zumal sich im Bereich des privaten Wohnungsbaus auch so einiges tue, was die prekäre Marktsituation entschärfen könnte.
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