Selbsthilfe gegen Wohnungsnot

Uni-StuRa fordert, öffentliche Brachflächen endlich für sozialen Wohnungsau zu nutzen

Mit einer „Grundsteinlegung“ hat der Studierendenrat der FSU Jena gemeinsam mit der Greifswalder Studierendenvertretung heute gegen die Jenaer Tatenlosigkeit bei der grassierenden Wohnungsnot protestiert. Zugleich forderte er politischen Willen und konkrete Planungen und Aktivitäten ein, das seit Jahren verschleppte und geleugnete Problem zu lösen. Ein Beispiel für diese Taktik ist dabei die erschlossene, aber ungenutzte Fläche zwischen Camburger und Merseburger Straße, die nach dem Abriß der früheren Kasernen seit Jahren ungenutzt ist. Sie gehört der Thüringer Landesentwicklungsgesellschaft, die in staatlichem Besitz ist.
Mike Niederstraßer, Referent für Sozialpolitik des StuRa, äußerte zu diesem Umstand: „Wir haben diese Fläche gewählt, da sie vollständig erschlossen, gut erreichbar und in öffentlichem Besitz ist. Scheinbar in Erwartung von Spekulationsgewinnen wird der Leerstand akzeptiert und der regelmäßige und wiederholte Kollaps des Jenaer Wohnungsmarktes mitverantwortet. Als Studierende sind die Kommilitonen willkommen, als Einwohner_innen aber Ausgeschlossene.“
Weiter forderte er, dass der Wohnungsbau jenseits exklusiver Häuschen endlich als derzeit drängendstes soziales Problem anerkannt und von der kommunalen Politik gelöst wird. Dazu braucht es auch von Seite des Landes Unterstützung – und politischen Willen. Zuletzt war aufgrund der Protestaktionen ein „Runder Tisch“ eingerichtet worden, zu dem der StuRa erst nach Protesten eingeladen worden war. Ein zweites Treffen hat es seither nicht gegeben.
Weiter forderte Niederstraßer, dass Jena nicht nur als Leuchtturm und Lichtstadt gepriesen wird, sondern auch für die Unterbringung der Studierenden gesorgt wird. Der Auffassung des StuRa zufolge könnte das Land Flächen in Erbbaurecht an das Studierendenwerk geben, damit dieses ein Wohnheim errichtet. Zudem wäre aber auch die Wiederaufnahme öffentlicher Wohnbauförderung notwendig. Nach Angaben des StuRa sollte auch jenawohnen vom Gesellschafter in die Pflicht genommen werden seiner öffentliche Aufgabe nachzukommen und seine jährlichen Millionengewinne in neuen Wohnraum im unteren Preissektor investieren.
Bereits in der Vergangenheit hatten die Studierenden mit der Überbelegt!-Kampagne auf die verbreitete Wohnungsnot hingewiesen. Da aus Sicht des StuRa bisher keine nachhaltigen Ergebnisse erzielt worden sind, will der es auch zum Thema des beginnenden OB-Wahlkampfes und bei aktuellen Städtebauprojekten machen.
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