SKANDAL im Jenaer Rathaus

Was sich am 6. November 2013 zur Stadtratssitzung im Rathaus abspielte, geht wohl in die Geschichte der Stadt ein. „Wie junge Mitmenschen der Stadt die Demokratie mit Füßen traten…“
Auf der Tagesordnung stand der Bebauungsplan des Inselplatzes. Streitpunkt ist das Haus Nr. 9a, das von 18-20 jungen Leuten bewohnt wird, die zur soziokulturellen Szene der Stadt zugerechnet werden müssen. Während die Stadt das gesamte Areal bebauen will (Uni-Campus plus Parkhaus), wollen die Bewohner ihr Objekt, ihr Projekt erhalten. Das birgt natürlich Konfliktpotential in sich. Und so erschienen zu besagter Sitzung die Bewohner mit ca. 200 Sympathisanten in der Rathausdiele, um ihr Anliegen demonstrativ zu untermauern. Allerdings gewann man schnell den Eindruck, den Leuten ging es nicht um basisdemokratische Diskussionen, sondern um lautstarke Unmutsbekundungen, wenn ein Redner ihr Projekt auf dem Inselplatz in Frage stellte. Mit Achtung und Respekt gegenüber den gewählten Volksvertretern, egal welche Meinung diese zu diesem Thema vertraten, hatte das nichts zu tun. Die Initiative erhielt auch Rederecht. Man sollte doch annehmen, dass die beiden Redner diese Möglichkeit nutzen würden, um sich und ihr Projekt vorzustellen und um Sympathien und Unterstützung in der Öffentlichkeit zu werben. Weit gefehlt. Sie redeten am Thema vorbei. Dem Gelaber konnte man nichts Sinnvolles entnehmen. Nur eines artikulierten sie sehr deutlich - sie waren heute ins Rathaus gekommen, um eine Abstimmung zu verhindern!
Als dann zur Abstimmung aufgerufen wurde, besetzten die jungen Leute die gesamte Rathausdiele, lautstark und große Transparente schwingend. Einer Aufforderung zur Räumung kamen sie nicht nach. Somit musste die Stadtratssitzung abgebrochen werden. Die Krönung der Dümmlichkeiten an diesem Abend war erreicht, als die Masse jubelte und ein Demonstrant gar von „Sieg“ sprach.
Mit dieser Aktion haben sie „ihre Insel“ selbst beerdigt. Mein Daumen hat sich nach unten gedreht. Und sie haben anderen Bürgern und Initiativen in Zukunft möglicherweise die Teilnahme an den Stadtratssitzungen im Rathaus versperrt. Die Intelligenz hatten viele an diesem Abend leider zu Hause gelassen.
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