SOS-Kinderdörfer in Südafrika - Kinder beten für Nelson Mandela

Nelson Mandela, der große südafrikanische Staatsmann, ist durch sein Leben und Schicksal weltweit zu einer Symbolfigur für Widerstand, Frieden und Aussöhnung geworden. Am 18. Juli 2013 begeht die Welt zum vierten Mal den Internationalen Nelson Mandela Tag. Der Tag wurde am 10. November 2009 von der UNO Vollversammlung ins Leben gerufen und soll die Menschen dazu aufrufen, sich gegen unwürdige Zustände überall auf der Welt zu engagieren und intensiv über Möglichkeiten nachzudenken, wie eine bessere Welt geschaffen werden kann.

Am Ende des Weges?

Überschattet wird der diesjährige Nelson Mandela Tag von der schweren, lebensbedrohenden Krankheit des Friedensnobelpreisträgers. Wie aus ihm nahestehenden Kreisen zu erfahren ist, besteht wenig Hoffnung, dass sich der fünfundneunzigjährige große Führer des African National Congress und erster Präsident der neuen Republik Südafrika noch einmal erholen wird.

Daran wollen allerdings die jungen Bewohnerinnen und Bewohner der SOS-Kinderdörfer in Südafrika nicht glauben. Sie hoffen auf die Gesundung ihres greisen Mentors. Denn Nelson Mandela war, genauso wie sein Freund und Weggefährte Erzbischoff Desmond Tutu, von Beginn an ein Unterstützer und Förderer der SOS-Kinderdörfer und ist dies bis heute geblieben.

Briefe und Gebete

Weil das so ist, liegt den Bewohnern der Dörfer sein Schicksal ganz besonders am Herzen. Seit Mandela Mitte Juni ins Krankenhaus eingeliefert wurde, haben sie ihm zahlreiche bewegende Brief geschrieben, in denen sie ihm Gesundheit wünschen und Gottes Beistand und Segen erflehen. Am 18. Juli wollen sie sich alle im Gebet vereinen und für die vollständige Genesung des großen südafrikanischen Führers beten.

Die SOS-Kinderdörfer - notwendiger denn je

Als im Jahr 1992 im südafrikanischen Ennerdale gegründet wurde, nahm das damalige Apartheid-Regime dies kaum zur Kenntnis und beäugte die Arbeit und die Aktivitäten der Gründer distanziert und misstrauisch. Erst das Ende der Apartheid brachte auch hier eine Wende. Bei der offiziellen Eröffnung des SOS-Kinderdorfs in Cape Town im Jahr 1996 war Mandela als Ehrengast persönlich anwesend. Für ihn war von Anfang klar, dass die SOS-Kinderdörfer in den südlichen Ländern Afrikas "den Grundstein legen für die Zukunft von Kindern, die ein Zuhause brauchen."

Diese Worte gelten heute mehr denn je. Südafrika sieht sich auf vielen Ebenen mit gewaltigen Problemen konfrontiert. Wie in allen Ländern des südlichen Afrikas ist Aids eines der größten davon. Ein erschreckend hoher Prozentsatz von Menschen vor allem der mittleren Generation der Bevölkerung ist mit HIV infiziert. Die Sterblichkeit ist sehr hoch, die Zahl der Waisenkinder steigt entsprechend. Erschwerend kommt hinzu, dass die Arbeitsmigration vor allem der Männer und zunehmende Landflucht die traditionellen afrikanischen Großfamilien bedrohen. Familienverbände zerbrechen, für eine zunehmende Zahl von Waisen fühlt sich keiner mehr zuständig.

Die Kinder sind die Zukunft Afrikas

Der südafrikanische Staat scheint mit diesen Herausforderungen derzeit überfordert. Dies liegt auch an inneren Konflikten und politischen Fehlentwicklungen, von denen auch die Führer der Anti-Apartheidsbewegung und des African National Congress nicht verschont geblieben sind. Das unwürdige familiäre und öffentliche Gezerre um das Erbe Nelson Mandelas und die Deutungshoheit über sein Wirken und sein Lebenswerk sind dafür ein aktueller und trauriger Beleg. Das von Mandela ersehnte gerechte, freie und prosperierende Südafrika, für das er gekämpft und gelitten hat, ist in weite Ferne gerückt. Wenn die Kinder der SOS Kinderdörfer in Südafrika am 18. Juli für ihn gemeinsam beten, dann beten sie auch für die von Nelson Mandela ersehnte Zukunft Südafrikas.
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1 Kommentar
meinanzeiger .de aus Erfurt | 21.01.2014 | 11:52  
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