Uni-StuRa: Gestriger Stadtratsbeschluss „Wohnen in Jena“ geht in richtige Richtung

Jena: Rathaus | Wohnraumproblematik muss weiter behandelt und umfassender bearbeitet werden

Der Studierendenrat (StuRa) der Friedrich-Schiller-Universität Jena begrüßt den Beschluss des Stadtrates als einen Schritt in die richtige Richtung. Besonders die quantitative Zielsetzung, nach der in den nächsten vier Jahren 1.000 neue Wohneinheiten in kompakten Bauweisen in Jena entstehen sollen, ist der Studierendenvertretung wichtig.
„Jedes Jahr kommen im Oktober rund 6.000 Studienanfänger_innen nach Jena, von denen mehr als 60 Prozent eine Wohnung suchen. Dann wird jede Wohneinheit im studentischen Bereich benötigt“, erklärt Johannes Struzek, Öffentlichkeitsreferent beim StuRa. „Die Aussage des Oberbürgermeisters Dr. Schröter in der Stadtratssitzung, man könne ihn gerne an den Zielen seiner Beschlussvorlage messen, nimmt der Studierendenrat ernst und wird spätestens zur nächsten Wahl darauf zurückkommen.“
Für den Studierendenrat gibt es allerdings besonders im Bereich des sozial adäquaten und des studentischen Wohnungsbaus noch einigen Nachbesserungsbedarf. So müsse der Stadtrat weiterdenken und Wohnungsbau ggf. auch direkt fördern. „Die Aussagen des Stadtrates sind viel zu vage. Sie müssten weitergehend sein, damit Wohnen unter sozialen Gesichtspunkten für alle in Jena zugänglich wird. Renditedenken paßt nicht in eine derartige politische Landschaft“, so der 21-jährige Student. Er vermutet, dass die neuen Wohnungen nur selten auch von unteren Einkommensgruppen genutzt werden können und sich entsprechende sozialräumliche Verwerfungen verstärken.
Der StuRa kritisierte zudem, dass das Wohnraumproblem zu sehr auf die Kernstadt zentriert gesehen wird und Probleme der Erreichbarkeit durch den ÖPNV oder in den Ortsteilen verdrängt werden. Auch müsse die Stadt Anstrengungen unternehmen, die teils rabiaten Sitten auf dem Wohnungsmarkt einzudämmen. Die Hoffnung einiger, dass sinkende Studierendenzahlen oder gar erhöhtes Einkommen die Probleme lösen werden, werden sich nach Ansicht des StuRa auf absehbare Zeit nicht erfüllen.
Bereits in der Vergangenheit hatte der StuRa im Rahmen der Überbelegt!-Kampagne mehrfach auf die untragbare Wohnraumsituation hingewiesen und zuletzt in Form von „Selbsthilfe“ Wohnheime zu bauen begonnen. Aktuell können alle Menschen, die die Forderungen nach sozialem und studentischen Wohnungsbau unterstützen wollen, sich an der „Fensterdemo“ beteiligen oder entsprechend vorformulierte Postkarten an handelnde Politiker_innen versenden. Damit verweist der StuRa auch auf die Verantwortung Thüringens für entsprechende Förderprogramme und gegenüber dem Studierendenwerk, das jedes Jahr weniger Zuschüsse erhält.
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