Was wird aus dem Jenaer Eichplatz? Drei Bewerber stellen Ihre Vorschläge in der Rathausdiele aus

ECE plant ein Einkaufszentrum in dieser Form. (Foto: ECE)
 
Die Dachansicht des ECE-Vorschlags. (Foto: ECE)
Von Franz Purucker

JENA. Was wird aus dem Jenaer Eichplatz? Diese Frage beschäftigt Jena inzwischen seit über 20 Jahren. Die große Parkplatzfläche gegenüber des Jentowers, die aktuell für Rummel und Weihnachtsmarkt genutzt wird, könnte schon bald mit Wohnungen und Geschäften bebaut sein. Rückblick: Die Stadt schrieb die Bebauung der Flächen im Mai 2011 öffentlich aus. Insgesamt neun Bewerber reichten ihre Vorschläge ein. Eine Jury sollte entscheiden, welche Projekte letztlich zum Zuge kommt. Professor Carl Fingerhuth aus der Schweiz, der die Jury als Fachmann anleitete, erklärte: „Wir suchen nach Kommunikation und Verbindung, kein kleinteilliges denken. Der Eichplatz muss Teil der ganzen Stadt sein.“ Deshalb habe man alle Projekte aussortiert, die auf dem Eichplatz eine Einkaufsmall mit nach innen orientiertem Handel errichten wollten. Drei Bewerber konnten sich in der Jurysitzung vom 9. Dezember 2011 letztlich durchsetzen.
Ein Vorschlag stammt von dem Stadteigenen Unternehmen Jenawohnen. Es sieht im Nordteil des Eichplatzes, an der Johannesstraße, einen Wohnungsbau mit kleineren Geschäften vor. Die Gebäude sollen dabei nicht zusammenhängend sein, sondern mit kleineren Gassen durchlässig werden. Auch bezahlbare Mietpreise spielen hier eine wesentliche Rolle, erklärte Katrin Schwarz vom Dezernat Stadtentwicklung. Für den restlichen Eichplatz hatte Jenawohnen keine Vorschläge eingebracht.
Für diese Flächen sind die Vorschläge zweier Shoppingcenterbauer interessant: ECE hat bereits das Kaufhaus am Anger in Erfurt und das Shoppingcenter Nova Eventis in Leipzig gebaut. Der zweite Bewerber OFB, eine Tochter der Landesbank Hessen-Thüringen, saniert aktuell das ehemalige Justizvollzugszentrum in der Erfurter Andreasstraße und hat 1999 den Erweiterungsbau der Landesentwicklungsgesellschaft in Erfurt geplant. Beide Bewerber wollen vor allem kommerziell genutzte Flächen schaffen. Wer von den beiden Bewerbern zum Zuge kommt, ist aber noch unklar.
Aber auch der Wohnungsbau komme nicht zu kurz, erklärte Thomas Dirkes, Werkleiter von Kommunale Immobilien Jena: „Alle Vorschläge sehen einen Wohnungsanteil von 37 - 50 Prozent vor.“ Er erinnerte an die anfängliche Diskussion einen Mindestwohnungsanteil von 20 Prozent vorzuschreiben. Die Fläche, die aller Wahrscheinlichkeit nach von Jenawohnen bebaut werden wird, soll sogar zu zwei Dritteln aus Wohnungen bestehen.
Um die wegfallenden Parkflächen zu ersetzen ist ein zweistöckiges unterirdisches Parkhaus mit einer Einfahrt über die Kollegienstraße geplant. Für die genaue Umsetzung liegen noch keine konkreten Pläne vor.
Jetzt sind die Bürger gefragt: Vom 8. bis 25. März werden alle Entwürfe im Stadtspeicher am Markt 16 ausgestellt und sollen rege diskutiert werden, so Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter.

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