Wohngebiet an der Camburger Straße mausert sich

Nord-Ortsteilbürgermeister Siegfried Ferge an der Stelle in der Merseburger Straße, von der aus der grüne Durchgang zur Zeitzer Straße entstehen wird.
Erste Erdarbeiten und ein Bauschild verkünden es: Im kommenden Jahr entsteht im Wohngebiet zwischen der Naumburger und Camburger Straße eine 114 Meter lange und 20 Meter breite Grünanlage. Diese verbindet künftig - für Fußgänger und Radfahrer nutzbar - auf Höhe des neuen Spielplatzes die Merseburger und die Zeitzer Straße miteinander. Beiderseits des gepflasterten Geh- und Radweges gibt es dann jede Menge Grün, aber auch Rot oder Weiß wie die Farben der geplanten großen Rosenbeete. 22 Bäume verleihen dem Bereich einen Allee-Charakter, weitere Stauden, Hecken und Rasenflächen machen ihn zur grünen Oase. Nicht zuletzt laden zehn Bänke, Tische für Brettspiele mit Hockern und eine eigens für das Boule- bzw. Boccia-Spiel hergerichtete Fläche zum Verweilen sowie geistiger und sportlicher Betätigung ein.

Auch die Kunst kommt nicht zu kurz: Die Ausschreibung für ein bildhauerisches Werk zur künstlerischen Aufwertung des Bereiches hat der Weimarer Bildhauer, Maler und Grafiker Walter Sachs gewonnen. Zwei sich gegenüber stehende Skulpturen aus Thüringer Dolorit, die ein „Gespräch zwischen zwei Partnern" darstellen, werden die Anlage bereichern. In Auftrag gegeben hat das Vorhaben die Stadt Jena, die die bisher brachliegende Fläche von der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) zum stolzen Preis von rund 180 Euro pro Quadratmeter erworben hat und auch bei der Ausstattung kräftig in die Schatulle greift. Komplett fertig gestellt wird das Projekt voraussichtlich im Herbst 2011 mit der Pflanzung der letzten Gehölze.

Nord-Ortsteilbürgermeister Siegfried Ferge freute sich bei einem Vor-Ort-Termin mit dem AA über das rege Interesse der Bürger an dem Geschehen im Wohngebiet. Denn hier ist im Moment viel im Gange und noch mehr wird sich in naher Zukunft tun. Dabei sei die Meinung der Bürger bei anstehenden Entscheidungen für ihn enorm wichtig. Zurzeit entstehen auf der Fläche östlich des Christlichen Gymnasiums ein evangelisches Gemeindezentrum und weitere Wohnhäuser. Das Karree zwischen Merseburger, Lützener und Zeitzer Straße sowie der neuen Grünanlage hat ein Investor erworben, der dort betreute Wohnungen bauen will. Die Wohnungsgenossenschaft „Carl Zeiss" will ihr „Nordlichter"- Projekt erweitern und auf der Fläche nördlich der im Bau befindlichen Grünanlage sieht Stadtentwicklungsdezernentin Katrin Schwarz auch Platz für studentisches Wohnen. Außerdem baut ein Jenaer Wohnungsunternehmen demnächst zwei weitere Mehrfamilienhäuser auf der Südseite der Altenburger Straße.

Da sich das Areal immer mehr füllt, ist es für Siegfried Ferge höchste Zeit, seitens der Stadt Kaufoptionen auf noch verbleibende Flächen geltend zu machen. Ganz oben auf seiner Prioritätenliste für Bauvorhaben steht dabei ein weiterer Kindergarten für die vielen jungen Familien in Jena-Nord. Ein weiterer Wunsch wäre eine kleine Schwimmhalle, die sowohl von Kindern, älteren Menschen als auch für medizinische Zwecke genutzt werden sollte. Durch eine Kooperation der verschiedenen Wohnungsanbieter in diesem Bereich, so die Vorstellung Ferges, könnte so ein Projekt realisiert werden. Diskrepanzen zwischen dem Ortsteilrat und Parteienvertretern sowie der Verwaltung traten bei der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusse in der Vorwoche zutage. Der Lebensmittelanbieter „tegut" möchte sich an der Camburger Straße ansiedeln, Aldi will einen neuen, größeren Markt bauen. Ein möglicher Standort für beide Unternehmen wäre, auch nach Meinung des Nord-Ortsteilrates, die Fläche südlich von ATU, die die Stadtverwaltung allerdings für Wohnungsbauvorhaben reservieren möchte.

Am 24. November 2010, soll der Stadtrat über den Abwägungsbeschluss zur Änderung des Bebauungsplanes „Camburger Straße" entscheiden. Der umstrittene Punkt zur Gewerbeansiedlung wird allerdings herausgenommen und später entschieden.
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