200.000 Bürgerreporter auf den Plattformen von gogol

Dr. Martin Huber, Geschäftsführer von gogol Medien, stimmt seine Besucher auf den Bayerischen Abend ein. Beatrix Gutmann (links), Community Managerin von lokalkompass.de ist mit ihrem Smartphone schon wieder online auf dem Portal.
 
Extra in Dirndl und Lederhose sind einige Mitarbeiter und Gründer der gogol Medien erschienen.
Augsburg: gogol | Mittlerweile hat die Bürgerreporterbewegung ganz Deutschland, Österreich und große Teile der Schweiz erfasst. 200.000 Bürgerreporter sind auf den Plattformen der Augsburger Firma gogol angemeldet. Diverse Verlagshäuser, wie auch der Allgemeine Anzeiger, nutzen die Technik dieser IT-Firma. Beim open house day von gogol tauschten sich Mitarbeiter der verschiedenen Bürgerreporterportale über die Entwicklungen aus.

Eine der größten Bürgerreporter Communities in Deutschland ist im Ruhrgebiet, Niederrhein und dem Sauerland entstanden. Das ist das Verbreitungsgebiet der Anzeigenblätter der WVW/ORA. Mit 73 Printausgaben ist es der größte Anzeigenblattverlag Deutschlands, sagt Beatrix Gutmann. Beginnend im Jahr 2010 hat man dort das Bürgerreporterportal „Lokalkompass“ http://www.lokalkompass.de/ mittlerweile erfolgreich etabliert. Mitte August wurde der 25.000 angemeldete Bürgerreporter gemeldet. Gutmann ist dort für das Community Management und den Bereich Social Media zuständig. Die Ausgangslage der Redakteure war herausfordernd, berichtet Gutmann über die Zeit des Starts: Neben den sonstigen Aufgaben sollten die Printredakteure nun plötzlich noch die Bürgerreporter betreuen, das Portal bedienen können und die Moderation übernehmen. Die Redakteure seien bei dem Erwerb der neuen Kompetenzen durch mehrere Phasen des Widerstands, der Euphorie, der Ernüchterung und der Professionalisierung gegangen. Mittlerweile ständen alle hinter dem Portal. Die neue Herausforderung bestehe darin, die Beiträge auf dem Portal zu viralisieren. Die Verlinkung auf Facebook und anderen Social Media Plattformen sei dabei ein wichtiges Instrument.

Rein rechtlich ist lokalkompass.de genau wie meinAnzeiger.de ein unmoderiertes Portal, auch wenn es diverse Mitarbeiter im Community Management gibt, die nach dem Rechten schauen. Ausschlaggebend ist, dass die Beiträge unzensiert und ungelesen, direkt nach dem Erstellen im Portal erscheinen und von allen gelesen werden können. Dass trotz dieser Freiheit vergleichsweise wenig passiert, ist eine Erfahrung, die alle Bürgerreporterplattformen teilen. Einige Verlage hatten schon Abmahnungen im Briefkasten, konnten die Lage aber schnell entschärfen, indem sie den fraglichen Artikel bis zur Klärung der Vorwürfe aus dem sichtbaren Bereich entfernten.

Meike Seele, Geschäftsführerin der beiUns Medien AG, bezeichnete die Bürgerreporter in der Schweiz sogar als besonders brav. Viele seien daran interessiert, sich und ihre Themen besonders positiv darzustellen. Die Plattform „beiUns“ http://www.beiuns.ch/ und die mit ihr entstandenen Printausgaben, die kostenlos in Aufstellern verteilt werden, sind eine komplette Neugründung. Das Verbreitungsgebiet ist Luzern und Umgebung. Die Firma hofft ab dem nächsten, spätestens im übernächsten Jahr schwarze Zahlen zu schreiben.

Das Leserreporterportal „Mein Mitteilungsblatt“ http://www.mein-mitteilungsblatt.de/
ist erst zum Jahreswechsel 2012 gestartet und hat jetzt schon über 3000 angemeldete Bürgerreporter. Das liegt vermutlich an den zahlreichen Gewinnspielen, die das Portal veranstaltet hat. Die dahinter stehende Albrächd Verlags GmbH & Co.KG ist ein in der fränkischen Region sehr etablierter Anzeigenblattverlag.

Die Regionalmedien Austria AG ist ein weiterer großer Kunde von gogol. Der Verlag aus Österreich hat 129 Printzeitungstitel und deckt mit der Bürgerreporterplattform http://www.regionalmedien.at/ fast ganz Österreich ab.

In ganz Deutschland verbreitet ist die Plattform myheimat.de. In einigen Regionen bestehen Kooperationen mit der Mediengruppe Madsack, die ebenfalls Anzeigenblätter unterhält. Diese nutzen myheimat.de und tragen dort zum Aufbau der Community bei, indem sie die Beiträge von Bürgerreportern in den Printausgaben abdrucken. Die myheimat.de Community wird darüber hinaus zentral von gogol-Mitarbeitern betreut.

Alle Bürgerreporterportale wachsen weiterhin. Dass nur ein gewisser Prozentsatz der angemeldeten User regelmäßig Beiträge schreibt, ungefähr 10-20 Prozent, ist die Erfahrung aller Portale.

Einige Gründer der IT-Firma gogol waren übrigens vorher im Verlagsgeschäft tätig: „Wir haben festgestellt, dass für viele Produkte, die uns vorschwebten, es gar keine Software gab. Dann haben wir begonnen, sie selber zu schreiben“, sagt Dr. Matthias Möller, einer der Gründer von gogol.
Die Firma feierte in der vergangenen Woche mit ihrem Open House Day auch gleich den Bezug der neuen Räumlichkeiten in der Bismarckstraße in Augsburg. Am Abend, nach den zahlreichen Vorträgen, wurde eingeladen zum Bayerischen Abend, für den einige Mitarbeiter ihre Dirndl und Leserhosen angezogen hatten. Ganz zünftig gab’s Brezen und Fassbier – leckeres Augustinerbräu.

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7 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 25.09.2012 | 17:35  
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Stefanie Raab aus Erfurt | 25.09.2012 | 18:42  
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Karin Jordanland aus Artern | 25.09.2012 | 20:33  
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Mariett Demirelli aus Erfurt | 25.09.2012 | 22:12  
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Renate Jung aus Erfurt | 25.09.2012 | 22:32  
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Uwe Zerbst aus Gotha | 26.09.2012 | 09:42  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 28.09.2012 | 10:09  
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