Ausrüstung, Ruhezeiten, Schonzeiten: Arbeitsschutz?

Das Arbeitsschutzgesetz befasst sich mit dem Schutz von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen vor Risiken, denen sie am Arbeitsplatz ausgesetzt sind. Aber: Kennen Sie die Bestimmungen zum Arbeitsschutz? Was müssen Sie an Ihrem eigenen Arbeitsplatz beachten? Gibt es Bestimmungen, die über Lärmschutz und Helmpflicht hinausgehen? Wen betreffen die Schutzbestimmungen eigentlich?


Verschiedene gesetzliche Bestimmungen für verschiedene Belange

Es ist völlig klar, dass die Schutzbestimmungen für die verschiedenen Branchen unterschiedlich ausfallen. Das Tragen von Schutzausrüstung wie beispielsweise besondere Schuhe, Helme, Gehörschutz, Handschuhe und dergleichen ist ebenso gesetzlich geregelt wie der Umgang mit Maschinen. Sicherheitsabstände, das Benutzen von Belüftungsanlagen, das Verhalten bei der Handhabung gefährlicher Substanzen, bei Feuer und unter dem Einfluss von Elektrizität. Aber es fällt noch mehr unter die Schutzbestimmungen. Auch Regelungen zu Ruhezeiten gehören zum Schutz am Arbeitsplatz. Gesundheitlich beeinträchtige Personen, Schwangere, stillende Mütter und anderweitig gefährdete Personen dürfen unter Umständen bestimmte Arbeiten nicht ausführen, auch das ist in den Gesetzen festgelegt.


Wer weiß denn das alles?

Der Chef. Eigentlich sollte er oder sie es zumindest wissen und an das Personal weitergeben. Denn Kommunikation ist wichtig. Die Arbeitsschutzbestimmungen sollten in jedem Betrieb klar und deutlich benannt werden, wiederholt und deren Einhaltung regelmäßig überprüft werden - so ist es zumindest vorgeschrieben. Während in vielen handwerklichen Betrieben noch Schilder an das Tragen von Helmen und Schutzschuhen erinnern, sieht es in anderen Betrieben aber eher schlecht aus. Auch das Tragen von Handschuhen in Gastronomiebetrieben, das Benutzen von desinfizierenden Seifen in Küchen sowie das Einhalten von Pausen im Schulbetrieb dienen dem gesundheitlichen Schutz der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen - haben Sie schon einmal Schilder gesehen, die daran erinnern? Wohl kaum, denn die entsprechenden Piktogramme sind entweder völlig unbekannt oder existieren nicht. Und leider werden auch die vorgeschriebenen Mitarbeiterschulungen und -erinnerungen zu den entsprechenden Themen selten wahrgenommen.


Die Ausbildung macht's

Wie wichtig Arbeitsschutzbestimmungen wirklich sind, merkt man meist erst dann, wenn sie nicht eingehalten werden und es zu Unfällen oder Erkrankungen kommt. Wie kann man dem vorbeugen? Eigentlich ist es ganz einfach. Viele Fachhochschulen und Universitäten kommunizieren die Schutzmaßnahmen bereits während der Ausbildung. Studiengänge zum Maschinenbau, zum Ingenieurswesen, zur Chemie beispielsweise beinhalten ganze Kurse, die sich nur mit Schutzmaßnahmen befassen. Wenn angehende Mechaniker an der Fachhochschule ein Semester lang Brandschutz, Säureschutz und Strahlenschutz lernen, wollen sie nicht später beim Technischen Hilfswerk anheuern, sondern stellen sich schlicht auf den beruflichen Alltag ein. Dazu gehört, dass man eben weiß, wie man Unfälle vermeidet und im Ernstfall schnell reagiert, um den Schaden einzugrenzen. Allerdings umfasst nicht jede berufliche Ausbildung diese Thematik - leider. Denn wenn der verantwortungsvolle Umgang mit Materialien und Werkzeugen sowie der sinnvolle Schutz der eigenen Person schon vor Berufsantritt erlernt wird, fällt das Einhalten der Schutzbestimmungen im Berufsleben nicht schwer. Daran ändern auch die vielen Überarbeitungen der Arbeitsschutzbestimmungen im Rahmen von neuer Erkenntnisse nichts.

Bildquelle: Jakob Ehrhardt / pixelio.de
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