Bevor alle nur noch vom Frühling reden

Pec pod Sněžkou (Tschechische Republik): Javor |

Ich habe eine Woche lang Schnee gesehen und er eignete sich zum Skifahren. Für Pec pod Snezkou, einem kleinen Ort im tschechischen Riesengebirge, war das allerdings auch der schlechteste Winter seit den späten 60ern, wie unsere Pensionswirtin sagte.



Dank Kunstschnee konnte das spärlich gefallene Weiß aus den Januartagen konserviert werden und so war Skifahren noch bei Temperaturen weit über Null Grad Celsius möglich. Sogar jetzt – in dieser Woche sind dort noch alle Lifte und die Pisten weitestgehend offen.

Mit knapp viereinhalb Stunden Autofahrt (ohne Pausen gerechnet) ist die Anreise von Jena aus erheblich kürzer als die nach Tirol, insbesondere weil es Richtung Süden häufig Stau gibt. Der Weg ins Riesengebirge führte uns größtenteils über polnische Landstraßen, die gut ausgebaut waren und allenfalls in den Dörfern wegen der 40er-Zonen und aufgestellten Blitzern Nerven kosteten. Der polnische Passweg ins Gebirge war aufgrund der geringen Schneefälle gut passierbar, was aber in normalen Wintern wohl nicht so ist. Ohne Schneeketten ist da kein Durchkommen, weil die Polen nicht gerne die Straße räumen für die Touristen, die in Tschechien das Geld ausgeben. Von Grenzübergängen ist nicht viel zu spüren. Das Europaschild kündigt den Wechsel an, aber eben so gut könnte man von Thüringen nach Bayern fahren.

Das Skifahren im Riesengebirge ist etwas preiswerter als in Tirol, wobei die Übernachtungspreise sich allmählich angleichen, beziehungsweise sich mit etwas Glück überall eine preiswerte Unterkunft finden lässt. Nicht zu schlagen sind die tschechischen Preise für Bier und Essen. Der halbe Liter Bier kostet im Skigebiet in einer Baude 1,10 Euro. Das dazugehörige Schnitzel mit Pommes 5 Euro. Die Liftkarte kostet für 5 Tage für einen Erwachsenen knapp 100 Euro. Mehrere Skigebiete sind darin integriert, die über Ziehwege oder Skibusse miteinander verbunden sind.

Was fehlt, sind Hallenbäder. Allenfalls im In-Skiort Spindler’s Mühle findet sich ein Badekomplex, der mit den Spaßbädern in Thüringen vergleichbar ist. Von Pec pod Snezkou wäre das aber eine Autofahrt von knapp einer Stunde, weil man das Gebirge quasi umrunden muss. Im Ort selber verfügt ein imposantes Turmhotel, das vermutlich in den 70ern errichtet wurde, über ein Hallenbädchen, das vorzugsweise die Hotelgäste benutzen dürfen.

Ich werde mit Sicherheit wieder hinfahren und mir mal anschauen, wie der Ort in einem richtigen Winter aussieht. Eine einzige schlechte Erfahrung ist mir widerfahren: In der vorletzten Nacht wurde ich bestohlen. Das ist aber eine extra Geschichte und ich glaube darüber hinaus nicht, dass dies dort zum Alltag gehört – jedenfalls bisher nicht.
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4 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 26.02.2014 | 13:42  
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Renate Jung aus Erfurt | 27.02.2014 | 00:34  
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Gabriele Wetzel aus Zeulenroda-Triebes | 18.03.2014 | 12:01  
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Antje Hellmann aus Jena | 18.03.2014 | 12:46  
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