Blutvergiftung: Jede Stunde zählt

Randolf Margull (Technologie- und Innovationspark Jena ), Prof. Dr. Andreas Voss (FH Jena), Prof. Dr. Konrad Reinhart (Universitätsklinikum Jena), Prof. Dr. Axel Brakhage (HKI Jena), Dr. Klaus Ullrich (BioInstrumentezentrum Jena), Günter Rehm (BVMW Jena).
Sie ist im Frühstadium kaum erkennbar, kommt heimtückisch und schnell. „Bei einer Sepsis", sagt Prof. Dr. Konrad Reinhart, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie am Jenaer Uniklinikum „zählt jede Stunde". Je schneller die Krankheit und ihre Erreger erkannt werden, desto größer sind die Behandlungs- und Überlebenschancen. Doch bis zur genauen Diagnose der Krankheit vergehen heute noch bis zu drei Tage, für viele Patienten kommt dann jede Hilfe zu spät. 140 Menschen sterben allein in Deutschland täglich an der umgangssprachlich als „Blutvergiftung" bekannten Infektion.

Wenn der 7. Jenaer Technologietag (JeTT) an der Fachhochschule Jena gerade das Thema „Innovative Technologien zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten", darunter der Sepsis, in den Fokus nimmt, kommt das nicht von ungefähr. Jena hat sich in den letzten Jahren zu einem Standort exzellenter Sepsisforschung entwickelt, an dem Grundlagen- und klinische Forschung und die Entwicklung und Vermarktung neuer Diagnose- und Therapieverfahren eng ineinandergreifen.

Erst unlängst hat das Jenaer Sepsis-Netzwerk einen neuen Schub erhalten: Im neuen Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum „Center for Sepsis Control and Care" werden sich künftig 100 Mitarbeiter der Erforschung und Behandlung der Sepsis widmen. Auf dem Beutenbergcampus entsteht überdies gegenwärtig für 5,4 Millionen Euro das Kompetenzzentrum SEPTOMICS, zu dessen Trägern auch das Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie zählt. Dessen Leiter, Prof. Dr. Axel Brakhage, gehört neben Dr. Trevor Francis Peter von der Clinton Health Access Initiative (CHAI) zu einer ganzen Reihe hochkräftiger Referenten, die sich gemeinsam mit zirka 200 Gästen zu neuen Erkenntnissen und Produkten zur Diagnose und Therapie von Sepsis und andere Infektionskrankheiten austauschen werden.

Ausweis für die nach den Worten von Reinhart und Brakhage „gelebten Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft" im Bereich Biotechnologie und Infektionsforschung in Jena, sind auch die Vorträge von Vertretern Jenaer BioTech- Firmen, die auf dem Gebiet der Infektionsdiagnostik entwickeln und produzieren. Dazu zählen neben der Analytik AG Jena etwa die Alere Technologies GmbH, das sich mit einem integrierten Diagnosesystem zu Behandlung von HIV-Patienten einen Namen gemacht hat, oder auch die SIRS-Lab GmbH. Im Jahr 2000 aus der Universität ausgegründet, hat die Firma inzwischen mit dem molekularen Sepsis-Test „VYOO" für Furore gesorgt, der innerhalb von acht Stunden 99 Prozent aller Sepsis-relevanten Erreger erfasst und gleichzeitig auf wichtige Antibiotika-Resistenzen testet.

Der 7. Technologietag bietet Unternehmern, Entwicklern, Wissenschaftlern und nicht zuletzt interessierten Studierenden ein exzellentes Forum, um über diagnostische und therapeutische Ansätze und Produkte zu diskutieren und Kooperationen auszuloten.
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