„Chamäleon“ hat in Jena neue Räume im alten Jugendamt bezogen

Die Drogenberatungsstelle Chamäleon hat neue Räume in der Saalbahnhofstraße bezogen. Zum Team gehören (von links): Anita Reißmann, Ramona Meyer, Sandra Gräbe und Thomas Fäsike.
Jena: Saalbahnhofstraße 9 | Ein Chamäleon passt sich seiner Umwelt perfekt an, so dass es nicht erkannt werden kann. „Das Reptil kann zugleich für mögliche Veränderungen stehen, auf die man immer hoffen darf“, erklärt Anita Reißmann den etwas ungewöhnlichen Namen für die ambulante Drogenhilfe des DRK in Jena. Seit zehn Jahren ist das DRK auf diesem Gebiet in der Saalestadt aktiv. Die Beratungsstelle „Chamäleon“ hat zu Jahresbeginn neue Räumlichkeiten in der Saalbahnhofstraße 9 bezogen.

„Die alten Räume sind uns von der Stadt gekündigt worden“, erklärt Ramona Meyer, die Teamleiterin. Nun richtet man sich im ehema­ligen Jugendamt neu ein. Noch ist nicht alles fertig. Deshalb können derzeit keine Präventionsveranstaltungen angeboten werden. Auch die Freizeitangebote sind nicht im gewohnten Umfang möglich. „Wir hoffen aber“, so Meyer, „dass ab Februar alles wieder wie gewohnt läuft.“
Das „Chamäleon“ versteht sich als niederschwelliges Angebot. Wer Hilfe sucht, kann während der Öffnungszeiten jederzeit kommen – auch ohne Termin und anonym. Genutzt wird das nicht nur von Menschen, die durch illegale Drogen Probleme bekommen, ihren Alltag zu meistern. Auch Angehörige suchen hier oft Beistand. Hinzu kommen Menschen, die durch die Jugend- oder Gerichtshilfe dazu aufgefordert werden, Beratung in Anspruch zu nehmen.

Auf vielfältige Weise versuche man, so Meyer, den Betroffenen zu helfen. Man unterstütze bei der Suche nach geeigneten Fachärzten und Therapieplätzen oder Entzugsmöglichkeiten. Auch bei Bewerbungsschreiben, oder bei der Arbeits- und Wohnungssuche ist man behilflich, begleitet Betroffene auf Ämterwegen. Zudem gehört aktive Gesundheitsfürsorge zu den Aufgaben. Im „Chamäleon“ kann man Spritzen tauschen und Kondome bekommen. Auch mal duschen und neue Sachen aus der DRK-Kleiderkammer erhalten. Vier Fachkräfte sind für all das in der Beratungsstelle angestellt.

Doch nicht allein die ganz praktische Hilfe bestimmt das Angebot im „Chamäleon“. Anita Reißmann betreut die ambulanten Nachsorge nach einer erfolgreich beendeten Therapie. Organisiert werden auch verschiedenen Freizeitaktivitäten speziell für Familien. Dazu zählen Mal- und Nähkurse, ein Eltern-Kind-Frühstück und Ausflüge. „Wir sind für so etwas gut ausgestattet, besitzen zum Beispiel ausreichend Fahrräder und sogar Schlauchboote“, erzählt Meyer. Solche Aktivitäten vermitteln Lebensfreude. Man könne die eigenen Ressourcen erkennen und Gemeinschaft erleben, zählt sie die positiven Seiten solcher Angebote auf. Sie würde sich wünschen, dass diese künftig noch mehr öfter genutzt würden.

Seit 2006 leitet Ramona Meyer das „Chamäleon“. „Unsere Beratung ist in den letzten Jahren anstrengender geworden“, erklärt sie. Immer mehr Menschen greifen zu synthetischen Drogen, vor allem zu Chrystal-Meth. Nervenschädigungen sind die Folge. Diese Drogen beeinflussen in sehr negativer Weise die Denkleistung und das Sprachvermögen. Das mache die Arbeit so schwierig. Diese Drogen, so ihre Erfahrung, sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Sie werden von Frauen und Männern, auch von Heranwachsenden aller Schichten konsumiert. Um so wichtiger sind komplexe Hilfsangebote.

KONTAKT
• Die Beratungsstelle Chamäleon kann ohne Termine Montag, Mittwoch, Freitag, von 9 bis 16 Uhr sowie Dienstag und ­Donnerstag von 9 bis 18 Uhr aufgesucht werden.
•  0 36 41 / 23 95 40 oder
E-Mail an drogenhilfe-
chamäleon@drk-jena.de
• www.drk-jena.de
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