Freund und Feind - Ausstellung über Mikroben auf dem Uni-Campus

Mit rhetorischem Einsatz erläutert Kurator Dr. Martin Lindner die Lebensleistung von Robert Koch. Foto: Hausdörfer
Jena: Campus-Foyer | Wie aktuell ist Robert Koch heute noch? Der Urvater der Infektionsforschung, der in den 1870er und 1880er erstmals die Erreger des Milzbrandes, der Tuberkulose und der Cholera dokumentierte. Der Nachweis, dass winzig kleine Lebewesen für viele Krankheiten des Menschen verantwortlich sind, löste damals ein fundamentales Umdenken bei den Medizinern aus und bildete die Grundlage für sinnvolle Therapien. Viele von Robert Koch und seinen französischen Konkurrenten Louis Pasteur entwickelten Prinzipien und Nachweismethoden spielen auch in der heutigen Mikrobiologie eine wichtige Rolle. Einen Teil seiner wissenschaftlichen Erfolge verdankte Koch nach eigener Aussage den damals bei Carl Zeiss in Jena neu entwickelten Mikroskopen.

Der 100. Todestag von Robert Koch im Vorjahr war für die Deutsche Forschungsgemeinschaft und das Robert-Koch-Institut der Anlass für die Entwicklung der Wanderausstellung „MenschMikrobe – Das Erbe der Robert Kochs und die moderne Infektionsforschung“. An den bisherigen Standorten in Berlin, Bonn, Würzburg, Münster und Hamburg zog die Exposition, so der Kurator Dr. Martin Lindner, bereits 47.000 Besucher an. Ab jetzt und noch bis zum 10. September ist sie im Foyer am Uni-Campus auf dem Abbe-Platz zu bestaunen, bevor sie nach München ins Deutsche Museum weiterzieht.
Die Ausstellung gibt mit interaktiven Exponaten, Audio-Features und anschaulichen Texten einen Einblick in das heutige Wissen über Bakterien, Viren und Parasiten und verdeutlicht zugleich die historischen und sozialen Dimensionen der Epidemien. Spezielle Kindertexte und eine eigene Kinderstation bereiten grundlegende Zusammenhänge für junge Besucher ab dem Grundschulalter auf.

Gegliedert ist die Exposition in zehn verschiedene Komplexe, die sich neben dem Wirken von Robert Koch Themen wie den 100 Billionen den menschlichen Körper bevölkernden Mikroben, der Entstehung von Seuchen, der Bedrohung aus verunreinigtem Wasser, tropischen Infektionen, Krankenhausinfektionen, neuen Mitteln für die Therapie und die eigene Hygiene im Alltag.

Begleitet wird „MenschMikrobe“ durch eine Posterausstellung zur aktuellen Infektionsforschung in Jena, die ebenfalls im Campus-Foyer zu sehen ist. Weiter gibt es täglich um 10 und 14 Uhr, Mo-Fr auch 18 Uhr, Führungen für die interessierte Öffentlichkeit statt, Sonderführungen nach Anmeldung unter menschmikrobe@med.uni-jena.de. Allgemeinverständliche Abendvorträge von Jenaer Infektionsforschern finden im Wochenrhythmus immer donnerstags um 18 Uhr statt. Morgen spricht Prof. Dr. Eberhard Straube zum Thema „Klinische Mikrobiologie heute“, am 11. August Prof. Dr. Martin Brunkhorst über Krankenhausinfektionen.

Weitere Infos: www.menschmikrobe.de
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