Für mehr Freiheit in der Pflege in Jena

Jena: Historisches Rathaus | In der beruflichen Altenpflege werden freiheitsentziehende Maßnahmen (FEM) in erster Linie angewandt, um einen pflegebedürftigen Menschen vor Selbstgefährdung zu schützen. Jede freiheitsentziehende Maßnahme, wie zum Beispiel ein Bettseitenteil oder ein Fixiergurt, muss vom Betreuungsgericht genehmigt werden; anderenfalls ist sie strafbar. Eine freiheitsentziehende Maßnahme ist ein Eingriff in das Grundrecht auf persönliche Freiheit des betroffenen Menschen, da, um Verletzungen zu verhindern, seine Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird, was sich erheblich auf seine Lebensqualität auswirkt.

Mit dem Ziel der Reduzierung freiheitsentziehender Maßnahmen beschäftigt

sich der gleichnamige, im Jahr 2012 gegründete Jenaer Arbeitskreis.
Viel ist inzwischen in meiner Stadt geschehen: Der Arbeitskreis, dem ich angehöre, stellte ein Schulungsprogramm mit jeweils 5 Modulen auf, so dass innerhalb der letzten 15 Monate ca. 350 Pflegekräfte aus den stationären Einrichtungen, Betreuer, Verfahrenspfleger und Mitarbeiter der Betreuungsbehörde sensibilisiert und auf den verstärkten Einsatz von Alternativen zu freiheitsentziehenden Maßnahmen orientiert wurden. Solche Alternativen können zum Beispiel ein Niederflurbett, eine Sensormatte oder ein Laufstuhl sein.
Am vergangenen Dienstag führten wir zum Abschluss dieses Schulungsprogramms eine Festveranstaltung im Jenaer Rathaus durch, zu der die von unserem Oberbürgermeister unterschriebenen Teilnahmebestätigungen feierlich an Vertreter der Wohn- und Pflegeeinrichtungen sowie an geschulte Einzelpersonen übergeben wurden. Die Thüringer Sozialministerin und unser Oberbürgermeister waren anwesend; beide drückten den Aktiven unseres Arbeitskreises ihren Dank aus.
Falls Sie mehr über dieses Thema lesen oder wissen wollen, aus welchen Mitgliedern sich unser Arbeitskreis zusammensetzt bzw. welche Einrichtungen am Schulungsprogramm teilnahmen, dann besuchen Sie unsere Homepage: www.pflegeinitiative-jena.de.
Der Jenaer Weg macht vielleicht bald Schule in ganz Thüringen - denn das Thema, auch zukünftig Pflegebedürftigen durch verantwortungsvollen Umgang mit freiheitsentziehenden Maßnahmen, wenn es aus fachlicher Sicht möglich ist, mehr Freiheit und Selbstbestimmung zu belassen, kann uns alle einmal betreffen!
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