Jena rettet das Gemüse

Wann? 15.03.2014

Wo? Ernst-Abbe-Platz, Jena DE
Jena rettet das Gemüse. Zu dieser Aktion auf dem Ernst-Abbe-Platz luden ein: Dr. Ursula Hudson von Slow Food Deutschland (links), Beate Weber-Kehr, Vorsitzende des Bundesvorstandes Deutsche Tafeln (2.v.r.) und Dr. Marie-Luise Dittmar vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft 8r.) ein. Unterstützt wurde die Aktion von Bio-Bauer Volkmar Voigt aus Schkölen.
Jena: Ernst-Abbe-Platz | Koordinaten der Verschwendung: 82 Kilogramm Lebensmittel pro Kopf und Jahr werden in Deutschland weggeworfen. Das ergibt für jeden Bürger, vom Baby bis zum Rentner, den statistischen Wert von 235 Euro, die sinnlos ausgegeben werden, weil sie als altes Brot, schrumpeliger Apfel oder Jogurt, dessen Mindesthaltbarkeit abgelaufen ist, in der Tonne landen. Doch das ist kein originär deutsches Problem. „Weltweit werden 40 bis 50 Prozent der erzeugten Lebensmittel weggeworfen. Auf allen Teilen der Welt“, klärt Dr. Ursula Hudson auf. Sie ist Vorsitzende von Slow Food Deutschland. Die Ursachen dieser Verschwendung sind vielfältig: Gerade in den Industriestaaten herrscht ein Überangebot. Essen ist preiswert. Und das Wissen, woher die Lebensmittel kommen und mit welchem Aufwand sie produziert werden, nimmt stetig ab.

Bis zum Jahr 2020 will man in der EU die Menge unnötiger Lebensmittelabfälle halbieren. Mit reinen Appellen an die Verbraucher wird das nicht funktionieren. „Wir wollen die Wertschätzung von Lebensmittel fördern“, gibt Dr. Marie-Luise Dittmar die Zielrichtung vor. Die Referentin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft will diese Aufgabe ganz konkret angehen. Das Ministerium, Slow Food und der Bundesverband Deutsche Tafeln organisieren deshalb Aktionstage, die im Umgang mit dem täglichen Essen sensibilisieren sollen. Sie sind Bestandteil der bundesweiten Initiative „Zu gut für die Tonne“, die seit zwei Jahren mit konkreten Vorhaben Lebensmittelabfälle vermeiden hilft. Erstmals wird ein solcher Aktionstag in Thüringen ausgetragen: am 15. März, von 10 bis 16 Uhr auf dem Ernst-Abbe-Platz in Jena.

“Jena rettet das Gemüse“, hieß es deshalb am vergangenen Sonnabend im Jenaer Stadtzentrum. Schon am Freitag waren Interessierte eingeladen, dieses Gemüse direkt beim Erzeuger abzuholen. Auf einer Bustour wurden der Biolandhof Voigt in Schkölen, Deutschlands größtes Bio-Gewächshaus in Gera-Aga und die Gärtnerei Holzländer Naturgemüse in Laasdorf angesteuert. Eingesammelt werden soll Gemüse, das sonst kaum Chancen hätte, in den Supermarktregalen zu landen - weil es keine optimale Form hat, vielleicht es nicht mehr ganz so knackig ist.

Dass diese Lebensmittel trotzdem noch schmecken und nicht in die Tonne gehören, zeigte sich am Sonnabend. Freiwillige putzten und schnippelten es klein. Der mobile Koch Wam Katbereitete daraus ein Essen zu. Zum Essen durften alleauf den Ernst-Abbe-Platz kommen, die Appetit hatten. Serviert wurde an einer großen Tafel, an der zahlreiche Tischgespräche über Lebensmittel und Abfallvermeidung stattfanden.

So vermeiden Sie Lebensmittelabfälle
- Einkaufszettel benutzen: nur kaufen, was wirklich gebraucht und nicht mehr im Vorratsregal oder Kühlschrank ist
- Zeit nehmen: Preise und Qualität in Ruhe vergleichen Packungsgrößen beachten: mit der Familiengröße angepassten Mengen Abfall vermeiden
- Richtig kühlen: optimale Lagerung hält Lebensmittel länger frisch
- Haltbarkeit beachten: Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Wegwerfdatum. Man das Produkt oft viel länger verzehren.
- Extra-Tipp - der mobile Lebensmittelretter: Die kostenlose „Zu gut für die Tonne-App“ hält kreative Ideen bereit, wie die Reste in der heimischen Küche am besten verwertet werden können. An den Rezeptideen haben 50 Sterne- ,Hobby- und Promiköche mitgewirkt.
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Antje Hellmann aus Jena | 18.03.2014 | 15:10  
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